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Windräder: Rolle rückwärts in der Energiewende

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Windräder: Rolle rückwärts in der Energiewende  | Video verfügbar bis 24.02.2022 | Bild: Colourbox

Inhalt in Kürze:
– Bis 2025 fallen viele Windkraftanlagen aus der Förderung.
– Ein Neubau mit leistungsstärkeren Windkräften ist oft nicht möglich.
– Die Ausbauziele der Bundesregierung sind zu niedrig angesetzt.

Das Erneuerbare Energien Gesetz – kurz EEG – begann im Jahr 2000 mit einem Versprechen. 20 Jahre lang sollten Betreiber von Ökostromanlagen eine feste Vergütung für ihren Strom bekommen. Das sollte der Energiewende zum Durchbruch verhelfen. In diesem Jahr fallen die ersten Anlagen aus der Förderung. Die Betreiber müssen den Strom selbst vermarkten. Doch der Strompreis ist in der Corona-Krise abgestürzt und deckt oft nur knapp die Kosten für Betrieb und Wartung. Jetzt stehen viele Altanlagen vor dem Aus.

Viele Windkraftanlagen fallen aus der Förderung

Bis zum Jahr 2025 fallen Windkraftanlagen mit einer Leistung von 16 Gigawatt aus der Förderung. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden 1,4 Gigawatt neu dazu gebaut. Für Zweidrittel der Windräder gilt, dass ein Repowering, also ein Neubau eines leistungsstärkeren Windrades, nicht möglich ist. Etwa, weil die Abstandsregeln verschärft wurden oder weil einige Bundesländer den Bau von Windrädern nur noch in ausgezeichneten Vorranggebieten gestatten. Gehen alte Windräder an diesen Standorten vom Netz, sind diese dauerhaft verloren.

Ausbauziele für Windräder sind zu niedrig

Auch für diese Windräder sollte die Novelle des EEG eine Perspektive bieten. Doch das ist ausgeblieben. Als Übergangsregelung bekommen Windradbetreiber bis zum 30.06.2021 einen Cent pro Kilowattstunde. Bis zum Jahresende wird diese Übergangsförderung sukzessive zurückgefahren. Erleichterte Genehmigungsverfahren für bestehende Standorte, die repowern möchten, gibt es bislang nicht.

 Auch insgesamt gibt es viel Kritik an den Ausbauzielen der Bundesregierung. Diese geht davon aus, dass der Strombedarf in Zukunft konstant bleibt. Gleichzeitig soll die Mobilität elektrifiziert, die Heizungen auf elektrische Wärmepumpen umgestellt und mit Wasserstoff die Industrie CO2-neutral werden. Der Strombedarf in Deutschland könnte damit um bis zu 30 Prozent steigen, so die Berechnungen der Wirtschaftweisen Veronika Grimm.

Bericht: Verena von Ondarza
Kamera: Björn Atzler, Markus Friebe
Schnitt: Sarah Steffen

Stand: 24.02.2021 22:30 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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