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Blackbox Schufa: Eine exklusive Datenauswertung gibt Einblicke

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Blackbox Schufa: Eine exklusive Datenauswertung gibt Einblicke  | Video verfügbar bis 28.11.2019 | Bild: BR

  • Die Schufa ist Deutschlands bekannteste Auskunftei. Doch wie ihre Bewertungen genau zustande kommen, ist intransparent – Geschäftsgeheimnis.
  • Eine exklusive Datenauswertung von BR und Spiegel zeigt nun: Viele Menschen werden offenbar unverschuldet zum Risikofall erklärt.

Zur ausführlichen Datenauswertung

Wie kreditwürdig sind Verbraucher? Das bewerten sogenannte Auskunfteien. Die bekannteste ist die Schufa. Sie verfügt über Daten zu 67,5 Millionen Personen in Deutschland und errechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit Verbraucher Zahlungsforderungen begleichen werden. Wie sie dabei genau vorgeht, ist ihr Geschäftsgeheimnis.

Mehr als 2000 Schufa-Auskünfte ausgewertet

Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks und des Spiegel haben jetzt gemeinsam mehr als 2000 Schufa-Auskünfte ausgewertet. Diese hatte die Initiative Open-Schufa gesammelt und anonymisiert zur Verfügung gestellt. Repräsentativ ist der Datensatz nicht – Männer sind überrepräsentiert, ältere Menschen unterrepräsentiert – aber er gibt Hinweise, wie das Scoring funktioniert.

Die Auswertung zeigt: Verbraucher erhalten in zwölf Prozent der untersuchten Fälle eine kritische Bewertung im Hinblick auf ihre Zahlungsfähigkeit, obwohl der Schufa keine Negativinformationen, etwa über Zahlungsausfälle, vorliegen. Die Schufa spricht in diesen Fällen von zufriedenstellendem bis erhöhtem oder sogar hohem Risiko. Eine solche Bewertung kann dazu führen, dass die Betroffenen keinen Handyvertrag bekommen oder ihren Kreditrahmen nicht erhöhen können.

Oft weiß die Schufa zudem weniger als gedacht. Bei fast einem Viertel der Personen im Datensatz beruht die Bewertung auf drei oder weniger Informationen aus dem Wirtschaftsleben, zum Beispiel dass die Person ein Girokonto oder eine Kreditkarte hat. Trotzdem berechnet die Schufa auch in diesen Fällen eine genaue Prognose der Kreditwürdigkeit.

Auf BR-Anfrage zu ihrer Arbeitsweise antwortet die Schufa schriftlich, will aber nicht, dass aus dem Schreiben zitiert wird.

Experten fordern mehr Transparenz

Verbraucherschützer kritisieren, die Berechnungen seien undurchschaubar. Professor Gerd Gigerenzer hat als Sachverständiger für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz ein Gutachten über Scoring mitverfasst. Er fordert im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk mehr Transparenz: "Ich glaube, wir müssen ein Umdenken haben in unserem Land, dass wir nicht immer mehr Auskunfteien schützen, sondern die Verbraucher schützen. Und die Verbraucher schützt man am besten, wenn man ihnen offen sagt, was passiert."

Bericht: Katharina Adami, Oliver Schnuck, Josef Streule, Maximilian Zierer

Stand: 28.11.2018 23:10 Uhr

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