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Finanzmärkte

Verlierer und Gewinner der Corona-Krise

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Finanzmärkte | Video verfügbar bis 25.03.2021 | Bild: dpa

  • Anlagestrategen und Investmentbanker versuchen im Homeoffice ihre Kunden zu informieren und Strategien an neue Entwicklungen anzupassen.
  • Der deutsche Aktienindex Dax hat massiv verloren.
  • Das Handelsvolumen an der Börse ist stark angestiegen. Daran verdient die Deutsche Börse AG.
  • Einige Unternehmen haben massiv an Wert verloren, andere, wie der Onlinehändler Amazon, dagegen gewonnen.

Frankfurter Bankentürme
Zwischen den Bankentürmen herrscht gespenstische Ruhe | Bild: SWR

Im Frankfurter Bankenviertel herrscht gespenstische Ruhe. Leere Straßen und verwaiste Bankentürme. Auch in der Finanzmetropole gilt: Wer kann, macht Home-Office, so auch der Chef-Anlagestratege der Commerzbank, Chris-Oliver Schickentanz. Langweilig wird ihm dabei aber nicht: "Es ist natürlich deutlich mehr Arbeit. Zum einen, weil der Informationsbedarf der Kunden höher ist und zum anderen, weil natürlich auch tagtäglich etwas passiert, was man anlagestrategisch einordnen muss. Und angesichts der hektischen Ausschläge an den Märkten kommen wir mittlerweile auch mindestens einmal am Tag im Investmentkomitee zusammen, diskutieren über die Märkte und treffen konkrete Anlageentscheidungen."

Denn an der Börse geht es derzeit rund. In nur 28 Tagen hatte der Dax fast 40 Prozent eingebüßt. Das war der schnellste Absturz des Aktienmarkts, den es in Deutschland je gab. Allein am 12. März gab der DAX um mehr als 12 Prozent nach und am 25.März ging es fast elf Prozent bergab.  

Im Handelsraum der Frankfurter Börse ist wegen Corona höchstens jeder zweite Platz besetzt. Dafür brummen jetzt die Rechner. Im Computer-Handel Xetra waren bislang tägliche Handelsumsätze von etwa 5 Milliarden Euro normal. Derzeit sind es fast 19 Milliarden, ein Plus von 270 Prozent! Das sind die höchsten jemals gemessenen Werte.

Und so profitiert ausgerechnet der Börsenbetreiber vom Börsen-Crash. Denn bei jedem Handelsauftrag verdient die Deutsche Börse AG mit:

"Durch die derzeit hohe Unsicherheit an den Märkten steigen die Handelsaktivitäten, wodurch sich auch die Umsätze der Börsen erhöhen." (Quelle: Deutsche Börse AG)

An der ddeutschen Börse bleibt jeder 2. Platz frei
Der Börsenhandel floriert, mit Abstand auf dem Parkett | Bild: SWR

Während so die Aktie der Deutsche Börse AG vergleichsweise gut durch die Krise kam, haben andere Unternehmen massiv an Wert verloren. Es gibt aber auch klare Gewinner, sagt ARD-Börsenexperte Markus Gürne: "Die großen Gewinner im Moment sind Firmen wie Amazon zum Beispiel, also Onlinehändler, die unglaubliche Volumina ohnehin haben und die durchaus in der Lage wären, deutsche Unternehmen zu kaufen und wahrscheinlich noch nicht mal eine Bank dazu bräuchten."    

Auf Anlagestrategen wie Chris-Oliver Schickentanz kommen also weiter spannende Zeiten zu: "Ich gehe kurzfristig davon aus, dass wir weiterhin sehr, sehr starke Schwankungen, ein hektisches Hin und Her sehen werden."

Aber: Wenn es erste Anzeichen gibt, dass Corona eingedämmt wird, dann könnte es schnell wieder bergauf gehen an den Börsen.

Stand: 26.03.2020 11:40 Uhr

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