SENDETERMIN So, 02.09.18 | 23:35 Uhr | Das Erste

Die Musik aus der Sendung vom 02.09.2018

Bob Log III
Bob Log III bei einem Konzert. | Bild: dpa

"druckfrisch" Musiker des Monats September wird der akustische One-Man-Kamikazepilot Bob Log III, der seine Auftritte gern mit einem Kampffliegerhelm auf dem Kopf zelebriert. Zu seinen Füßen die dekonstruierten Reste eines Schlagzeuges, um seinen Hals eine nicht immer astrein gestimmte Gitarre, das Mikrophon irgendwo im uneinsichtigen Helm installiert. Die Rezensionen für seine Lieder schreibt Bob Log III gerne in die Titelzeile seiner Lieder hinein: Der Song, der diesmal unsere Bestsellerliste einleitet, heißt beispielsweise "My Shit Is Perfect", wobei musikalisch sowohl das Substantiv als auch das Adverb zutreffend sind.

Das "heißeste musikalische Exkrement" des Sommers (um beim Thema zu bleiben und die Fäkalsprache endgültig zu verlassen) war natürlich Kamasi Washingtons 4-fach LP "Heaven and Earth", die den Jazz endgültig in Richtung Hip-Hop fusionierte und ihn obendrein mit Morricone-Chorsätzen anreicherte: Es gab schon bei Erscheinen des Monumentalwerkes keinen Zweifel: Die "Street Fighter Mas" wird unser Titelsong für die 145. Ausgabe von "druckfrisch".

Weit zurück in die Ursteinzeit der elektrischen Klangbearbeitung führt uns hingegen Pete Drake, der Anfang der 60iger Jahre seine "talking guitar" erfand ... eine Art Ur-Vocoder mit dem der Hillbilly-Elektroniker lange vor Daft Punk herzige Titel mit dem Namen "Forever" schmachtend zum Besten gab. Unsere Wahl für den 101-jährigen Romanhelden von Jonas Jonasson, der sich in die kenianische Savanne verliebt.

Etwas ratlos – aber betört – sind wir von der Platte der isländischen Künstlerin, die sich JFDR nennt, eigentlich Jófríður Ákadóttir (Copy and Paste) heißt und eine akustische Platte mit String-Coverversionen ihrer früheren Songs veröffentlicht hat, die wir wiederum schändlicherweise gar nicht kennen, sie vielleicht auch gar nicht kennen wollen, weil die akustischen Versionen so dahinschmelzend zart und perfekt sind, dass jedes Original nur wie eine Fälschung klingen kann.

Hinaus ins Weite der Savanne geht es dann mit den Kollegen von "G. Rag Y Los Hermanos Patchekos", die auf dem eigenen und treffend benamten Label Gutfeeling eine bezaubernd frei rumpelnde Platte namens "How Sweet The Sound" herausgebracht haben: Auch dieser Titel lügt nicht und so schreiten wir beschwingt mit dem Titel "bye & bye" hinaus in die Nacht, die mit solcher Musik nur groß und wunderbar werden kann.

Andy Ammer

Stand: 03.09.2018 14:00 Uhr

3 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.

Sendetermin

So, 02.09.18 | 23:35 Uhr
Das Erste

Produktion

Mitteldeutscher Rundfunk
für
DasErste