SENDETERMIN So, 25.11.18 | 23:35 Uhr | Das Erste

Die Musik aus der Sendung vom 25.11.2018

Druckfrisch mit Denis Scheck
Druckfrisch mit Denis Scheck | Bild: ARD/SWR / Peter A. Schmidt

Der Anteil an toten Interpreten an der "druckfrisch"-Playlist ist bedenklich hoch … letzten Monat verstarb beispielsweise Hardy Fox. Hardy Fox? Hardy Fox war einer der unbekanntesten Musiker der Weltgeschichte. Er war das Mastermind hinter der 80er-Jahre Avantgarde Supergroup The Residents, die als erste darauf kamen, dass es den Ruhm beflügelt, wenn man seine Identität nicht preisgibt. Live traten die Residents nur mit riesigen Augäpfeln auf den Köpfen auf. Ihre Musik galt lange als fast "unhörbar". Ausgerechnet diese Band veröffentlichte 1980 ein "Commercial Album", das nur aus einminütigen Tracks für nie gesendete Werbeclips bestand. Daraus in Andenken an Hardy Fox, der erst mit seinem Tod als Residents-Mitglied bekannt wurde, unsere Abspannmusik: "Moisture". Definitiv "Musiker des Monats": The Residents.

Begonnen hatte die Sendung mit einer Regelübertretung: Eigentlich wird in "druckfrisch" keine Filmmusik gespielt. Für den 90-jährigen Ennio Morricone, den Größten von allen, machen wir natürlich ehrerbietungsvoll eine Ausnahme: Aus dem Oscar-prämiertzen Soundtrack zu "The Hateful Eight" stammt "I Quattro Passeggeri", wozu uns dann aber auch wieder der erste Satz vom "Lied vom Tod" paßt: "Ich habe drei Mäntel gesehen, in den drei Mänteln steckten drei Männer und in den drei Männern drei Kugeln …". Danke Ennio für alles.

Ennio Morricone
Ennio Morricone | Bild: picture alliance/Pacific Press Agency

Die musikalische nächste Regelübertretung folgt sogleich: Eigentlich steht Nick Cave (wegen Pathosverdacht) auf dem internen "druckfrisch"-Index und darf nicht gespielt werden. Allerdings ist sein "Ship Song" das einzige Lied der Welt, das wir kennen, dass in den ersten Songminuten sowohl ein Schiff als auch Brücke enthält und also wie geschrieben ist für den Drehort von Rosemarie Tietze: die "Utting".

Eine Premiere inmitten der Sendung: Noch hie hatten wir eine dem Hip-Hop-Kosmos entstammende Künstlerin bei uns zu Gast: die Deutsch-Kenianerin Leila Akinyi, begleitet von der Reggae-Combo "Memoria" gibt da eine ziemlich gute Figur ab.

Fehlt noch das einzig wahrhaft aktuelle Lied in der Sendung: die wunderbare Julia Holter, die sich ja nicht scheut, auch einmal Konzeptalben zur griechischen Tragödie Hippolytos vorzulegen. "Aviary" heißt die neue Platte, woraus wir als Einleitung zu Herrn Krasznahorkai "I Shall Love 2" spielen. Traumhaft!

Andy Ammer

Die Musik vom 25.11.2018
SongInterpret
I Quattro PasseggeriEnnio Morricone
The Ship SongNick Cave
Liebe DichLeila Akinyi
I Shall Love 2Julia Holter
MoistureThe Residents

Stand: 26.11.2018 09:51 Uhr

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