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"druckfrisch"-Musiker des Monats: "Joasihno"

PlayDie "Druckfrisch"-Musiker des Monats Dezember heißen "Joasihno".

Die Musiker des Monats Dezember 2019 heißen – klingelingeling – "Joasihno". Die beiden Elektroniker aus München haben sich eine "Mobile Disko" zusammengebaut, mit der sie "aus dem Koffer" jederzeit und überall mit ihrem halb elektronischen, halb akustischen Set auftreten können. In ihrer mechanischen "Band" drehen sich dann wirre Antennen, es klöppeln Glockenspiele vor sich hin und die "Snare"-Drum ist eine Holzkiste mit Steinchen darin. "Electronic Anti-Pop" nennt Cico Beck (sonst Chefelektroniker bei "The Notwist") das beglückende Projekt, das sich unser Realisator zu Weihnachten gewünscht hat.

Das weihnachtliche "druckfrisch" beginnt mit einem Schlager aus Kolumbien "Noches de Cartagena", den wir nie gefunden oder gehört hätten, wären wir nicht in der so besungenen Stadt gewesen. Sozusagen ein Urlaubslied, das – anders als andere Urlaubslieder – uns auch im winterlichen Europa das Gemüt berührt. Mehr können wir darüber leider nicht sagen, da selbst das allwissende Netz nichts nicht-spanisches über den Sänger Jaime R Ecchavarria weiß. Egal, er singt herzzerreißend.

Dann – ausgerechnet – Kanye West, von dessen komisch-christlichen Album wir definitiv nichts spielen wollten, aber dann juckte es uns doch in den Fingern, den größten Atheisten des Planeten (Richard Dawkins) mit dem größten zeitgenössischen Jesus-Darsteller (eben Kanye West) einzuleiten. 

Nach dem grandiosen (fast völlig unbewegten) Auftritt von Jasinho tritt dann Dale Hawkins vor das innere Mikrophon. Er singt den (nach ihm von Kenny Rogers ziemlich verkitschten) Song vom Ruby, der seine Liebe nicht in die Stadt bringen sollte, so verquer durch den Sumpf seiner Töne zieht, dass man zweimal hinhören muss, um das Lied in seiner bekannten Version zu erkennen. Fun fact am Rande: Eben dieser Dale Hawkins ist auch für das Evergreen "Suzi Q" verantwortlich und könnte heute noch ziemlich gut als ehemaliger Swamp-Musiker von seinen Tantiemen leben, wenn er nicht 2010 verstorben wäre.

Múm, die isländische Band, wollten wir schon lange mal in "druckfrisch" spielen. Jetzt, da ihr geniales Frühwerk "Yesterday Was Dramatic – Today Was OK" nach 20 Jahren wieder neu veröffentlicht wurde, ergab sich sogar die Gelegenheit – nein, die Pflicht. Ihre aus Island stammende Musik passt ebenso in einen sommerlichen Garten wie in die Vorweihnachtszeit, denn sie ist zeit- und ort- und manchmal auch tonlos. Lieblingsband.

Nicht ganz zufrieden ist unser Realisator mit dem Rausschmeißersong "True Love Travels A Gravel Road" von Percy Sledge. Denn einmal im Jahr (so steht es in den "druckfrisch"-Statuten) darf er eigentlich einen Bob Dylan Song spielen … und dann verpasst er seine Chance und es passiert ihm am Schluss des Jahres so etwas. Percy Sledge. Egal – schön war’s.

TitelInterpret
Noces de CartagenaJaime R Echavarria
Use This GospelKanye West
Wondrous SiblingJoasihno
Ruby, Don't Take Your Love To TownDale Hawkins
There's A Number Of Small 'ThingsMúm
True Love Travels On A Gravel RoadPercy Sledge

Stand: 16.12.2019 13:25 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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