SENDETERMIN So, 28.10.18 | 23:50 Uhr

Judith Schalansky: "Verzeichnis einiger Verluste"

Playjudith schalansky

Sammeln, archivieren, verschwundene Dinge retten und literarisch wieder wiederauferstehen lassen – Judith Schalansky verknüpft die Realität mit ihren Phantasien als Erzählerin.

Eine verschwundene Insel im Pazifik, das Skelett eines Einhorns, der kaspische Tiger, alte religiöse Texte oder der Palast der Republik in Berlin, alles, was einst unter- oder verloren ging, was in Vergessenheit geriet oder abgerissen wurde – Judith Schalansky will es für unser kollektives Gedächtnis bewahren. In ihrem neuen Buch "Verzeichnis einiger Verluste" geht sie auf Spurensuche: Was wurde aus den verschwundenen Dingen und was haben sie hinterlassen? Im Mittelpunkt stehen Menschen, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen und sich voller Hingabe diesen verlorenen Dingen widmen. Wie zum Beispiel die Schriftstellerin selbst, die ihrer eigenen Kindheit in der untergegangenen DDR nachspürt. Denn, solange die Erinnerung an Dinge, Menschen oder Ereignisse lebendig sind, meint Schalansky, so lange kann aus dem Verlust auch etwas Neues entstehen.

Die Vergangenheit kehrt nicht zurück

Cover von Judith Schalanskys Buch "Verzeichnis einiger Verluste"
Cover von Judith Schalanskys Buch "Verzeichnis einiger Verluste" | Bild: Suhrkamp Verlag

Allerdings stellen alle fest, die mit sehnsuchtsvoller Neugier im Gewesenen graben: Auch die kleinste Korrektur ist unmöglich, denn "nicht einmal die Götter können die Vergangenheit ändern". So kann Judith Schalansky durch Schreiben Versäumtes betrauern – aber nichts zurückholen.

Sie sei "eine Grenzgängerin zwischen Natur und Poesie" heißt es in der Begründung der Jury, die ihr am 4. November für ihr neues Buch den diesjährigen Wilhelm-Raabe-Literaturpreis verleihen wird.

Stand: 28.10.2018 18:10 Uhr

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