SENDETERMIN So, 27.01.19 | 23:35 Uhr | Das Erste

Julian Barnes: "Die einzige Geschichte"

PlayJulian Barnes 2017 in London
Julian Barnes: "Die einzige Geschichte" | Video verfügbar bis 27.01.2024 | Bild: picture alliance/AP/Invision / Joel Ryan

Jugend und Alter, Festhalten und Loslassen – Julian Barnes erforscht das Glück und den Schmerz einer großen Liebe

"Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden oder weniger lieben und weniger leiden?" fragt Julian Barnes zu Beginn seines neuen Romans. Paul und Susan jedenfalls haben sich für das Erste entschieden. Er ist 19, sie mehr als doppelt so alt, Mutter und Ehefrau. Doch diese ungewöhnliche Konstellation kann die Liebe, die sich zwischen ihnen zuerst zart, dann immer heftiger entwickelt, nicht verhindern. Pauls anfangs noch etwas hölzerne Avancen werden charmant, aber offen erwidert, und beide stürzen sich voller Lust in eine Affäre, die weder Rücksicht noch bürgerliche Bedenken zulässt. Die Turbulenzen, die sie erzeugt, werden von den Liebenden selbstbewusst in Kauf genommen. Pauls Eltern schwanken zwischen Ignoranz und zaghaften erzieherischen Eingriffen, während Susans Ehemann, ein anerkanntes Mitglied der oberen Mittelklasse, auch mit Gewalt versucht, der Lage wieder Herr zu werden. Der Tennisclub entzieht dem skandalösen Paar die Mitgliedschaft.

Die Geschichte, die Julian Barnes erzählt, spielt vor etwa fünfzig Jahren in einer soliden Kleinstadt in der Nähe von London. Hier bleibt nichts verborgen. Paul und Susan leben ihre Liebe so, als gäbe es sonst nichts Anderes auf der Welt. 

Cover von Julian Barnes' Roman "Die einzige Geschichte"
Cover von Julian Barnes' Roman "Die einzige Geschichte" | Bild: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Doch nach einigen Jahren der absoluten Gemeinsamkeit endet diese Liebesgeschichte. Für Paul bleibt sie die einzige, die sich zu erzählen lohnt. Keine der folgenden wird sie übertreffen, unabhängig von Dauer und Wirkung. Es ist seine "einzige Geschichte", denn "nur ein Ereignis ist von Bedeutung, nur Eins ist letzten Endes erzählenswert. Hier ist meins" schreibt Julian Barnes.

Stand: 27.01.2019 17:48 Uhr

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