SENDETERMIN So, 25.11.18 | 23:35 Uhr | Das Erste

Die Sprachkünstlerin Rosemarie Tietze



Wie Leo Tolstois "Anna Karenina" durch ihre Übersetzerin eine Wiederauferstehung feierte

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Die Sprachkünstlerin Rosemarie Tietze | Video verfügbar bis 25.11.2023 | Bild: dpa

Von der Übersetzung eines Buches vom Original in die jeweilige Landessprache hängt es ab, ob Schriftsteller/innen weltweit gelesen und berühmt werden.

Durch Übersetzungen werden Klassiker zu einem globalen Kulturgut. Übersetzungen schaffen Neues, ohne ihre Vorlage zu verraten, sie interpretieren und erfassen gleichzeitig den Kern eines jeden Satzes, jeden Wortes und können ihm in der fremden Sprache Sinn und Bedeutung verleihen. Die Literaturkritik schätzt die Arbeit der Übersetzer/innen deswegen ebenso hoch ein wie die der Schriftsteller/innen.

Tietze spielt das Werk nach – in ihrer Sprache

Cover der Tietze-Übersetzung von Tolstois "Anna Karenina"
Cover der Tietze-Übersetzung von Tolstois "Anna Karenina" | Bild: Hanser Verlag

Was also wären die großen Russen ohne ihre Übersetzerin Rosemarie Tietze? Sie hat die Romane von Fjodor Dostojewski, Vladimir Nabokov, Boris Pasternak, Boris Schitkow, Andrej Bitow und auch Leo Tolstoi in Deutsche übertragen. Ihre Übersetzung von "Anna Karenina" zum Beispiel hat Tolstois berühmteste Frauenfigur noch einmal zu neuem Leben erweckt (Hanser Verlag).

Als profilierteste Literaturübersetzerin Deutschlands wurde Rosemarie Tietze u.a. mit dem Paul Celan-Preis des deutschen Literaturfonds, dem deutschen Sprachpreis und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Ihre Arbeit als Übersetzerin vergleicht die "Sprachkünstlerin" Rosemarie Tietze mit der eines Schauspielers: "Ich interpretiere das Werk eines Anderen, spiele es nach in meiner Sprache."

Stand: 25.11.2018 23:35 Uhr

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