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Natascha Wodin: "Irgendwo in diesem Dunkel"

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Natascha Wodin: "Irgendwo in diesem Dunkel" | Video verfügbar bis 02.09.2023 | Bild: dpa / Jan Woitas

Ihre Mutter nahm sich in einer Oktobernacht 1956 das Leben, ihr Vater ist in ihrer Erinnerung als zuschlagende Faust präsent: Die Schriftstellerin Natascha Wodin stellt sich zum wiederholten Mal ihrer gewalttätigen Familiengeschichte und erzählt dort weiter, wo ihre preisgekrönte Romanbiografie "Sie kam aus Mariupol" endete – nämlich im Leichenschauhaus. Dort sieht die zehnjährige Natascha ihre tote Mutter im Sarg liegen und ist von da an mit ihrem Vater beschäftigt, der seine Ehefrau um dreißig Jahre überlebt. Hass auf dessen unberechenbare Gewalttätigkeit und Mitleid mit seiner Einsamkeit sind der Motor von Natascha Wodins Zeilen. Die  dennoch keine Abrechnung sind mit dem Mann, der als russischer Zwangsarbeiter nach Deutschland kam, sondern ein unbeschönigendes und genaues Zusehen mit den Mitteln der Literatur.

Cover: "Irgendwo in diesem Dunkel"
Cover: "Irgendwo in diesem Dunkel" | Bild: Rowohlt Verlag

Mit Denis Scheck ist Natascha Wodin im Gespräch über ihr Buch des Schweigens, wie sie sagt, über die verschwiegene Vergangenheit und der daraus resultierenden Orientierungslosigkeit. In der Biografie ihres Vaters spiegelt sich ein zweites Mal ihre eigene Identität, die des Kindes unter der Wasserdecke des Schweigens, die sie durch ihr Schreiben durchstoßen konnte.

Natascha Wodin: "Irgendwo in diesem Dunkel". Rowohlt.

Stand: 03.09.2018 09:00 Uhr

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Mitteldeutscher Rundfunk
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