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Love and politics – Neues von Soulsänger Aloe Blacc

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Love and Politics – Neues von Soulsänger Aloe Blacc | Video verfügbar bis 23.11.2021 | Bild: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"My Way" ist einer der neuen Songs des kalifornischen Soul-Stars Aloe Blacc. Mit berüchtigt smoother Stimme und leichtfüßigem Beat beschwört er: "Egal, wie stark der Gegenwind auch sein mag – ich verlier nicht die Hoffnung, ich geh meinen Weg." In Zeiten täglicher Hiobsbotschaften irgendwie tröstlich.   

"Alles, was wir als Musiker tun, ist eine Verbindung zu den Menschen aufzubauen", sagt der Musiker. "Klar, es gibt Künstler, die versuchen genau das Gegenteil, denen geht es darum zu schocken, um so auf sich aufmerksam zu machen. Aber so ticke ich nicht. Mir geht es darum, die Herzen der Leute zu erreichen, ihre Seele zu berühren."

"All Love Everything" – ein Aufruf zum Optimismus

"All Love Everything" hat Blacc sein neues Album genannt und ist trotz erschwerter Reisebedingungen im Oktober nach Berlin gekommen, um es vorzustellen. Darauf singt er mit beinah spirituellem Eifer von Selbstbestimmung, von der Liebe zu seiner Frau, von seiner Familie. Es ist ein persönliches Bekenntnis und ein Aufruf zum Optimismus in ungewissen Zeiten.

Mit seiner Musik habe er die Möglichkeit, etwas zu sagen und die gesamte Welt höre ihm zu, so der Sänger. "Das heißt aber auch, dass ich ganz genau darüber nachdenken muss, was ich sage und wie. Denn ich will ja die größtmögliche Wirkung erzielen."

Blacc singt auch über die Misere der Schwarzen in den USA

Mit "I Need a Dollar" gelingt Aloe Blacc 2010 der große Durchbruch: Obwohl scheinbar unbeschwert erzählt der Song vom Leben am Rande der Gesellschaft, von Alkoholismus und Perspektivlosigkeit. Es geht um die jahrhundertelange Leidensgeschichte der Schwarzen in den USA.

Gerade heute, im Kontext von "Black Lives Matter" hat der Song nichts von seiner Gegenwärtigkeit eingebüßt. Aloe Blacc selbst engagiert sich seit Jahren für die Rechte der People of Color, nutzt seine Popularität, um mit Politikern und Rechtsexperten zu sprechen. Und sieht sich damit in den Fußstapfen seiner großen Vorbilder.

"Ich möchte den Schwächsten unter uns eine Stimme geben"

Aloe Blacc
Aloe Blacc | Bild: BMG / Amanda Austin

Blaccs Helden sind die großen Bürgerrechtsaktivisten – von Mandela über Martin Luther King oder Gandhi, von Stevie Wonder über Aretha Franklin bis hin zu Nina Simone. "Sie alle hatten die Fähigkeit uns menschlicher zu machen, indem sie den Schwächsten unter uns ein Gesicht und eine Stimme gaben. Und genau das möchte ich auch tun."

Dabei taugt Aloe Blaccs Geschichte keineswegs als Klischee-Blaupause für den schwarzen Musiker in Amerika. Zwar kommen seine Eltern als Einwanderer aus Panama. Doch Blacc wächst in einem kalifornischen Vorort auf, mit guten Schulen, weißen Freunden und gepflegtem Vorgarten. Er fühlt sich in dieser Welt nie so ganz zu Hause. Sucht nach einer eigenen. Und findet sie. Erst im Break Dance, dann im Hip Hop. Mit Hip Hop hatte er gefunden, was ihm das Gefühl gab, dazuzugehören, so der Sänger.

Zwischen Hip Hop, Soul und Pop – Politik ist allgegenwärtig

Doch weil ihm das Ego-Gerangel dort irgendwann zu viel wird, widmet sich Blacc fortan dem Soul, der – neben vielen Ausflügen in seichte Popgewässer – eben immer wieder auch Politisches streift: Im Video zu "The Man" reist Blacc 2014 zurück in die Zeit der Bürgerrechtsbewegung, schlüpft in die Rollen afroamerikanischer Ikonen wie Marvin Gaye, Malcom X und Martin Luther King. Die Helden der Geschichte sind allgegenwärtig in der Arbeit des Sängers und Aktivisten. Ich will ein Licht sein, inmitten all der Finsternis, sagt er.

Das klingt – auch manchmal musikalisch – nicht wenig nach amerikanischem Pathos. Allerdings: Einen Traum zu haben, kann eben doch auch der Anfang großer Veränderungen sein.

Autor: Marcus Fitsch

Aloe Blacc
Album "All Love Everything"
BMG, 2020

Stand: 23.11.2020 14:15 Uhr

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Mitteldeutscher Rundfunk
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