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"Via con me" – Dokfilm über Italiens Musiklegende Paolo Conte

Liebevolle Hommage an den größten Cantautore des Landes

PlayPaolo Conte
"Via con me": Dokfilm über Italiens Musiklegende Paolo Conte | Video verfügbar bis 06.09.2022 | Bild: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Komm mit mir, tritt ein in diese dunkle Liebe und nimm erst mal ein heißes Bad": Paolo Conte singt von Verführung und Geheimnis. Manche seiner verrätselten Chansons sind in Italien Volkslieder. Mit seinem Auftritt im Teatro San Carlo in Neapel beginnt die Film-Hommage "Via con me" – einer Collage aus Konzert, Archiv, Interviews und Würdigungen seiner Fans.

Dazu gehört der Regisseur und Weggefährte Roberto Benigni, der ins Schwärmen gerät: "Die physische Schönheit seiner Bewegungen, sein Zartgefühl, die Größe seiner Kompositionen, Kunst um der Kunst willen! Eine Rose, die blüht, weil sie blüht! In seinen Liedern ist keine Bedeutung versteckt. Oberfläche, Tiefe: Alles ist drin. Das Lied um des Liedes willen."

Melancholie, Ironie und rauchverhangene Romantik

Szene aus dem Dokfilm: "Paolo Conte - Via con me"
"Was ihn charakterisiert: Die Eleganz seiner Intelligenz." | Bild: Prokino / Daniela Zedda

In Contes Elternhaus spielte Musik eine große Rolle: "Mein Vater war ein hervorragender Pianist und auch meine Mutter spielte Piano", so Conte. "Mein Bruder und ich gründeten dann ganz unverfroren eine Art Dixie-Band. Ich spielte Posaune, denn die Posaune besaß eine ganz besondere Sinnlichkeit." Es geht in Contes Musik mit ihrer charmanten Lässigkeit um die Flaneure des Lebens und die Insolvenzverwalter gescheiterter Lieben. Conte mischt Melancholie, Ironie und rauchverhangene Romantik – unverwechselbar.  

"Ich bin nur der Anwalt, der seine Lieder verteidigt"

Ihm selbst ging es dabei nie um Erfolg, wie er selbst immer wieder betonte: "Ich bin keine Diva und betreibe keinen Eigenkult. Ich singe, um meine Chansons zu verteidigen. Ihr Erfolg ist mir wichtig, das ja. Aber ich selbst bin nur der Anwalt, der die Eigenheit seiner Lieder verteidigt."

Der Jazz hat die Musik des heute 84-jährigen geprägt, der in Asti geboren wurde. Aus Asti kommt der gleichnamige Spumante – und Paolo Conte. Hier ging er jeden Tag in seine Anwaltskanzlei – auch als längst erfolgreicher Cantautore, dichtender Sänger – er habe einfach nie den Beruf aufgeben wollen, für den er studiert habe und der ihm gefalle, wie er in einem früheren Interview verraten hat.

Azzurro – die heimliche Hymne Italiens

Szene aus dem Dokfilm: "Paolo Conte - Via con me"
"Paolo Conte - Via con me": Kinostart am 16. September | Bild: Prokino / Daniela Zedda

"Azzurro" von 1968, ein unplattbarer Ohrwurm, der es in sich hat, geschrieben für Adriano Celentano. Dabei war es Contes Mutter, erinnert er sich, die als einzige gespürt habe, was er mit diesem Lied ausdrücken wollte: "Als ich es ihr vorspielte, weinte sie und sagte: Da ist ja unsere ganze Vergangenheit drin und unsere Zukunft." Im Corona-Lockdown sang es ganz Italien von den Balkonen. Azzurro oder: Alles wird gut. Die Selbstvergewisserung der Nation in Not, die heimliche Hymne Italiens. Regisseur des Films Giorgio Verdelli erklärt:

"Manchmal, wenn italienische Präsidenten zum Staatsbesuch nach Russland oder Japan fuhren, spielten sie dort zur Begrüßung 'Azurro' oder 'Volare', aber 'Azzurro' kam besser, denn es ist ja ein Marsch – ein 'Märschchen'."

Voller Zuneigung ist Giorgio Verdellis Film über Paolo Conte, eine respektvolle Verbeugung: "Der Schlüssel zu Paolo Conte, hat jemand gesagt, das, was ihn charakterisiert, ist: Die Eleganz seiner Intelligenz. Bitte schön."

Autor: Andreas Lueg

Filmtipp
"Paolo Conte - Via con me!"
Regie: Giorgio Verdelli
Kinostart: 16. September

Stand: 06.09.2021 11:12 Uhr

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Mitteldeutscher Rundfunk
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