SENDETERMIN So, 09.09.18 | 23:05 Uhr | Das Erste

Goldener Löwe für "Roma" von Alfonso Cuarón

Eine Kindheit in Mexiko - Netflix-Produktion gewinnt in Venedig

Playtitel thesen temperamente
Goldener Löwe für Netflix-Produktion "Roma" | Video verfügbar bis 10.09.2019 | Bild: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist Alfonso Cuaróns persönlichster Film, eine Reise in seine eigene Kindheit, zu Cleo, seinem Kindermädchen, eine indogene Frau in einem bürgerlichen Arzthaushalt. Daraus wird ein Sozialdrama, erzählt in facettenreichem Schwarz-Weiß.  

"Roma" von Alfonso Cuarón gewinnt Goldenen Löwen
Alfonso Cuarón freut sich über den Goldenen Löwen | Bild: dpa

Nach seinem Hollywood-Erfolg mit "Gravity", der gleich mehrere Oscars gewann, setzt der Regisseur jener Frau, die ihn geprägt und seine Kindheit begleitet hat, nun ein eigenwilliges Denkmal. "Sie ist eine komplexe Person: Eine Frau, die zur Unterschicht gehört. Eine Frau, die eine indigene Herkunft hat. Das macht sie besonders. Das alles war mir früher nicht aufgefallen. Da war sie nur mein Kindermädchen", sagt Alfonso Cuarón. 90 Prozent des Films seien autobiografisch.

"Es waren einfach keine Männer da"

Es geht ums häusliche Leben, um den kleinen Alltag und um die großen Wendungen, um den Vater, der die Familie für eine neue Liebe verlässt. So spielen die Frauen eine besondere Rolle: "Es waren in meiner Kindheit ausschließlich Frauen, die das Haus und den Haushalt geführt haben. Es waren einfach keine Männer da. So sind es auch Frauen, die diesen Film möglich gemacht haben. Und wenn er funktioniert, und wenn er berührt, dann ist das das Verdienst der Frauen."

Alfonso Cuaróns Reise in die eigene Kindheit in Mexiko
Alfonso Cuaróns Reise in die eigene Kindheit in Mexiko | Bild: Carlos Somonte / Netflix

Cuarón verwebt privates Leben mit den Straßenprotesten und der polizeilichen Gewalt in den 1970er-Jahren. Seine Darsteller: Profis und Laien, gedreht wurde 100 Tage am Stück: "Wir haben vollkommen unkonventionell gearbeitet. Meine Schauspieler hatten kein Drehbuch. Alles wurde hintereinander gedreht, sie haben ihre Rolle erst Schritt für Schritt kennengelernt."

Ein Regisseur erkundet seine Kindheit, vor aller Augen. Seine schwelgerischen Bilder sind Genuss, seine Neugier und Aufrichtigkeit begeistern.

Autor: Reinhold Jaretzky

Stand: 11.09.2018 10:43 Uhr

0 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.

Sendetermin

So, 09.09.18 | 23:05 Uhr
Das Erste

Produktion

Mitteldeutscher Rundfunk
für
DasErste