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50 Jahre Mondlandung

PlayA Man on the Moon, Buzz Aldrin und Neil Armstrong betreten als erste Menschen den Mond.
50 Jahre Mondlandung | Video verfügbar bis 07.07.2020 | Bild: WDR/NASA / Neil Armstrong

Kurz vor dem 50. Jahrestag der ersten Mondlandung eines Menschen kommt der Dokumentarfilm "Apollo 11" von Todd Douglas in die Kinos. Die Vorbereitung und das Ereignis der Mondlandung wurde damals mit 70-mm-Kameras gedreht, dieses Material wird jetzt – digital aufbereitet – noch einmal auf großer Leinwand gezeigt.

"ttt" trifft den Regisseur Todd Douglas, den Sohn des ersten Menschen auf dem Mond, Rick Armstrong, der als 12-Jähriger erlebte, wie sein Vater den Fuß auf den Erdtrabanten setzte, und Harrison Schmitt, der mit "Apollo 17" als zwölfter und bislang letzter Mensch auf dem Mond war. Das ARD-Kulturmagazin stellt die Frage, warum die Menschheit sich heute, 50 Jahre nach der Mondlandung, wieder auf Mondmissionen vorbereitet.

Reise ins Ungewisse

Rick Armstrong
Rick Armstrong, Sohn von Neil Armstrong | Bild: Das Erste

Vor 50 Jahren schaffen die Amerikaner, wovon die ganze Welt geträumt hatte: Sie bringen zwei Männer zum Mond. Das Risiko ist groß – keiner weiß so genau, wie die Oberfläche des Mondes beschaffen ist. Nichts kann vorher geprobt werden. Eine Reise ins Ungewisse. Es ist Neil Armstrong, der als erster die Mondlandefähre verlassen wird. Rick Armstrong der Sohn von Neil Armstrong erinnert sich noch, dass sein Vater vor dem Flug zuversichtlich war, dass sie wieder zurückkommen werden und dass die Wahrscheinlichkeit 50/50 sei, dass sie auch auf dem, Mond landen können. Eine halbe Milliarde Menschen sehen Neil Armstrong dabei zu, wie er seinen berühmten Schritt macht. Auch sein Sohn Rick. Da ist er zwölf. "Nein, Angst hatte ich keine. Ich dachte immer, wenn etwas passiert, dann werden sie es schon reparieren können", erzählt Rick Armstrong.

Dokumentarfilm rekonstruiert die Mondlandung

Jetzt, 50 Jahre später, rekonstruiert ein Dokumentarfilm die Mondlandung noch einmal. Aufnahmen, die vielen bekannt sind, aber diesmal in höchster Auflösung. Ein halbes Jahrhundert lag Original-Material vergessen in den Schubladen des National Archives – bis es der Filmemacher Todd Douglas Miller dort fand. Anhand der gefundenen Bilder hat er die Mission der Apollo 11 nacherzählt. Viele der Aufnahmen haben die Astronauten selbst gemacht. Der Filmemacher Todd Douglas Miller glaubt, dass die meisten Menschen vergessen, dass die Astronauten auch Mitglieder in der American Societey of Cinematographers sind, in der Gilde der Kameraleute. Und er fand es immer sehr schade, dass ihre Leistung nie richtig gewürdigt wurde. Seiner Meinung nach hat Buzz Aldrin die bekanntesten Bilder der Filmgeschichte gedreht: Die Mondlandung – mit einer 16 Millimeter Kamera, den Blick aus dem Fenster der Mondlandefähre.

Der Wettstreit im Kalten Krieg

Neil Armstrong
Astronaut Neil Armstrong | Bild: Universal Pictures

Wer landet als erster auf dem Mond? Die Amerikaner oder doch die Sowjets? Die Mondlandung ist auch ein Kampf um symbolische Bilder. Es ist die Hochzeit des Kalten Krieges. Anfang der sechziger Jahre liegt die Sowjetunion klar vorn. Im April 1961 fliegt Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum, nur sechs Wochen später spricht John F. Kennedy vor dem Kongress: "Ich glaube, dass sich die Vereinigten Staaten das Ziel setzen sollten, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückzubringen." Es ist der Startschuss zum sogenannten "Race to the moon". Die Apollo-Mission – eine gigantische Kraftanstrengung. Vielen scheint das Projekt zu teuer, zu irrational, zu unwahrscheinlich. Bis 1972 werden 12 Amerikaner den Mond betreten haben. Dann passiert erst einmal nichts mehr. Ohne den Kalten Krieg hätte es Apollo so nie gegeben.

50 Jahre nach der Mondlandung

Heute, fünfzig Jahre später, ist der Mond wieder interessant. Indien, Japan, Russland – fast alle Raumfahrtnationen wollen wieder Menschen auf den Mond bringen. China will eine bemannte Raumstation aufbauen und ist Anfang des Jahres zum ersten Mal auf der Rückseite des Mondes gelandet. Die USA reagierten prompt. "Es ist erklärtes Ziel dieser Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, innerhalb der nächsten fünf Jahre amerikanische Astronauten zum Mond zu bringen", so der Vizepräsident der Vereinigten Staaten Mike Pence.

Gibt es einen neuen Wettstreit?

Todd Douglas Miller
Filmemacher Todd Douglas Miller | Bild: Das Erste

Ist es Zufall, dass der Amerikanische Vize-Präsident sein Vorhaben fast so formuliert wie einst Kennedy? Wer Todd Douglas Millers Film sieht, erlebt die Mondlandung noch einmal mit. Wie sie Menschen auf der ganzen Welt verbunden und fasziniert hat. Er zeigt aber auch, wie martialisch sich die USA damals, in Zeiten des Kalten Krieges präsentiert haben. Es bleibt also die Frage: Brauchen wir so einen Wettkampf heute wieder? Oder könnten wir nicht auch gemeinsam (zu neuen Zielen) aufbrechen? "Neil Armstrong hat einmal etwas sehr Schönes gesagt: Er sagte, wir sind doch alle zusammen auf dem Raumschiff Erde und wir sind alle Mitglieder der Besatzung. Wir müssen gemeinsam darauf aufpassen. Wir müssen unseren Treibstoff überwachen und unsere Essensvorräte, die Ressourcen. Ich denke, das ist doch eine gute Art, über unseren Planeten nachzudenken", so Filmemacher Todd Douglas Miller.

Autorin: Julia Riedhammer

Stand: 08.07.2019 17:05 Uhr

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Rundfunk Berlin-Brandenburg
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