SENDETERMIN So., 24.04.22 | 23:50 Uhr | Das Erste

Chefkuratorin Cecilia Alemani

PlayEine Frau mit schwarzen Locken gibt ein TV-Interview
Chefkuratorin Cecilia Alemani | Video verfügbar bis 24.04.2023 | Bild: BR

Die Logik des Traums. Zwischen den Welten sein. Zwischen den Wesenheiten. Aus der Tradition des Surrealismus schöpft die künstlerische Direktorin Cecilia Alemani für ihre Biennale-Hauptausstellung starke, zeitgenössische Themen. Was passiert an den Schnittstellen der Geschlechter, der Kulturen und bei der Hochzeit von Mensch und Maschine? 

Mischwesen aus Organismus und Maschine

Kunstinstallation mit großen Köpfen
Die Hochzeit von Mensch und Maschine | Bild: BR

"Unsere Faszination für die hybriden Wesen aus Mensch und Maschine ist bezeichnend für unsere Beziehung zur Technologie", sagt Cecilia Alemani. "Vor der Pandemie lebten wir diesen technologischen Optimismus. Wissenschaft und Technologie hatten uns versprochen, wir könnten unsere Körper perfektionieren. Wir würden für immer leben. Wir würden jede Krankheit auf der Welt bezwingen. Aber auf der anderen Seite gab es die Angst davor, dass die Maschinen die Macht komplett übernehmen und die Angst vor der Künstlichen Intelligenz." 

Cyborgs, Mischwesen aus Organismus und Maschine, sind eines der Leitmotive der Hauptausstellung. Cecilia Alemani entdeckt viele Werke der Kunstgeschichte neu, entreißt sie dem Vergessen. So auch Leonora Carrington. "Ich habe unseren Titel 'The Milk of Dreams' nach einem gleichnamigen Buch von ihr gewählt mit vielen Kindergeschichten. Das Buch beschreibt eine Welt mit hybriden Wesen, Monstern und verrückten Kreaturen, die sich verwandeln und etwas ganz anderes werden können." 

Wie beeinflusst Technik unsere Körper? 

Eine Kunstinstallation mit kupferfarbenen Zahnrädern
Mensch und Technik | Bild: BR

Leonora Carrington war Surrealistin, Geliebte von Max Ernst, lange in dessen Schatten. Sie wird jetzt neu entdeckt und interpretiert: als Visionärin der Cyborg-Idee. "Sie hat gesagt, dass sie das Kind der Vereinigung ihrer Mutter mit einer Maschine ist. Ich liebe das. Die Ausstellung spricht genau davon. Wie unsere Körper sich durch den Einfluss der Maschinen und Technologie verändern." 

Arcangelo Sassolino lässt flüssigen Stahl in ein Wasserbecken tropfen. Anspielung auf "Die Enthauptung von Johannes dem Täufer" von Caravaggio. Sigurður Guðjónsson bringt Metall-Staub in Bewegung, filmt ihn ganz nah. Diese Textur wiederum aktiviert elektromagnetische Klänge.

Verwandlungen jenseits des Physischen

Kunstinstallation mit einem technischen Bild
Energie durch Verwandlung | Bild: BR

Ein Rattenschwanz als Menschenfänger, zieht in die Installation von Marianna Simnett hinein. In den Filmen ihrer Installation verwandeln sich Tiere in Menschen. Grenzen zwischen den Formen, den Wesen, den Geschlechtern lösen sich auf. Transformation. "Es geht um die Idee der Verwandlung", sagt Alemani. "Nicht nur eine physische Verwandlung. Sondern es geht darum, die Vorstellung von dem, was eine Frau ist, was ein Mensch ist, neu zu definieren. Daraus entsteht Energie, die uns als Gesellschaft voranbringt." 

Erde. Angereichert mit Maniok, Kakao, Zimt, Nelken, Tabak. Die Kolumbianerin Delcy Morelos beruft sich auf die Mythologie indigenen Anden-Völker, welche die Erde nicht als Material sehen, sondern als Wesen, das sie verehren.

Stand: 24.04.2022 19:15 Uhr

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Produktion

Bayerischer Rundfunk
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