SENDETERMIN So., 24.04.22 | 23:50 Uhr | Das Erste

Uffe Isolotto im Dänischen Pavillon

PlayEine Kunstinstallation mit Hund
Der Däne Uffe Isolotto | Video verfügbar bis 24.04.2023 | Bild: BR

Die Zeit ist aus dem Lot. Auf dem Bauernhof. War es ein Unfall? Ein mythologisches Gemetzel? Ein weiblicher Kentaur ruht sich aus nach einer Geburt. Die Figur ist so täuschend echt, dass sie unvergesslich bleibt.

Menschen und Tiere unter einem Dach

Ein Mann mit Bart gibt ein Interview
Künstler Uffe Isolotto | Bild: BR

Uffe Isolotto holt die Kentauren zurück in die Kunst. "Es ist wahr, dass Kentauren allgemein aus der Kunst verschwunden sind und nur noch in Fantasie-Foren gefunden werden können. Aber ich habe sie ausgesucht, weil sie Hybrid-Wesen sind. Es war eine Antwort auf die Architektur des dänischen Pavillons. Ein Teil von den Dreißigern, ein Teil aus den späten Fünfzigern. Teile, die sich zueinander verhalten wie Parasiten. Meine Antwort war, das Gebäude zu heilen und die Atmosphäre eines alten Farmhauses zu schaffen, in der die Bewohner dieser Welt Kentauren wären. Weil die Menschen unter dem gleichen Dach lebten wie die Tiere. Und ich wollte sie wieder zusammenbringen."

Hoffnung und Verzweiflung

Ein Pferd mit Menschenkopf
Installation im Dänischen Pavillon | Bild: BR

Im Raum gegenüber: der andere Teil der Geschichte. Es ist wie die Besichtigung eines Tatorts. Ein männlicher Kentaur, der sich erhängt hat.

"Die Arbeit kann auf zwei Weisen gelesen werden. Vielleicht sogar gleichzeitig. Beide in einer symbolischen Weise und in einer sehr direkten Weise. Es ist beides eine Metapher für unser Zeitalter. Über Hoffnung und Verzweiflung, aber es ist auch eine Ausstellung, die dir in den Magen fährt, weil man etwas wirkliches sieht, vielleicht furchtbares und du verstehst das im Bauch, bevor Kopf es versteht."

Spiel mit archaischen Angstmustern

Pathologie – oder Dorfmetzgerei? Das ist hier die Frage. "Meine Großeltern hatten eine Farm und ich spielte immer im Korn Silo, wo sie die Ernte aufbewahren und das ist sehr gefährlich. Und wir spielten auch immer in den Heuschuppen, wo man eingeklemmt werden konnte. Es gab also viele Tote auf der Farm. Leute ertrinken in Jauche. Und solche Sachen. Die Unschuld und Verspieltheit und der Horror sind mir geblieben."

Uffe Isolotto wollte ein großes Kunstwerk schaffen. Aber es bleibt nur ein Spiel mit archaischen Angstmustern.

Stand: 24.04.2022 20:07 Uhr

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So., 24.04.22 | 23:50 Uhr
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Produktion

Bayerischer Rundfunk
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