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"Dune" von Denis Villeneuve

PlayFilmausschnitt: Blick auf eine Wüste
"Dune" von Denis Villeneuve | Video verfügbar bis 12.09.2022 | Bild: Warner Bros. Pictures

Endlich eine "Dune"-Verfilmung, welche die Fans begeistern wird. Kein Trash, sondern richtiges Schauspiel in phantastisch aussehender Kulisse. Der neue Film "Dune" verhandelt die großen Fragen, die auch die Romanvorlage "Der Wüstenplanet" von Frank Herbert – der erfolgreichste Science-Fiction-Roman aller Zeiten – verhandelt hat. 

Ein mann mittlleren ALters gibt ein Fernsehinterview
Stellan Skarsgård | Bild: BR

"Es geht um eine ganze Menge Sachen: Politik, Gier, Macht und Kämpfe darum", sagt Schauspieler Stellan Skarsgård. "Die Clans sind wie bei Machiavelli. Methoden wie in der Renaissance oder sogar im Mittelalter. Es geht um Kolonialismus, es gibt diesen Kampf um Rohstoffe auf dem Planeten Arrakis. Es gibt die Bene Gesserit – einen geheimnisvollen matriarchalen Orden, der einen Plan verfolgt, der sich über Tausende von Jahren erstreckt. Sie haben diese mystische Idee."

Wie Neo in Matrix

Die Idee des Ordens ist es, durch genetische Auslese einen Erlöser hervorzubringen. Der wird geprüft. "Es gibt einige Elemente des Romans 'Dune', die mir über Jahre nachgegangen sind", sagt Regisseur Denis Villeneuve. "Eine davon ist diese Idee von weiblicher Macht, welche Zeit als Waffe benutzt. Und sie versuchen, das menschliche Schicksal durch genetische Manipulation zu kontrollieren und dabei eine religiöse Bewegung zu benutzen. Macht zu erlangen, also die Politik qua Religion zu kontrollieren."

Ein Mann mittleren Alters gibt ein Fernsehinterview
Regisseur Denis Villeneuve | Bild: BR

"Die größte Herausforderung für mich war es, den Anführer nicht von vornherein als Auserwählten zu spielen, sondern als zweifelnden jungen Mann, der erst so werden muss – wie Neo in Matrix", sagt Schauspieler Timothée Chalamet. "Wie seine Bene-Gesserit-Mutter sagt: Der Pfad ist für ihn vorbereitet, aber es ist nicht vorbestimmt, dass er ihn auch geht."

Rolle in "Dune" als Kindertraum

Die Fremen – deren Name sich von Free Men, Freien Menschen, ableitet, waren einst Flüchtlinge, die sich auf dem kargen Wüstenplaneten eingerichtet haben. Sie haben gelernt sich der Wüste anzupassen und Wasser zu sparen. Es ist ein Kinder-Traum in einem Science-Fiction-Abenteuer wie "Dune" zu spielen, allerdings eher für Jungs.

Eine junge blonde Frau gibt ein Interview
Rebecca Ferguson | Bild: BR

"Ich hatte andere Märchen-Träume", sagt Schauspielerin Rebecca Ferguson. "Ich wollte immer 'Alice im Wunderland' sein, mit großen sprechenden Blumen. Aber auch in 'Dune' gibt es das. Zum Beispiel die enorme Verbindung meiner Träume zum Anzug der Fremen. Er war so passend, geschlechtsneutral. Ich fühlte mich ziemlich sexy darin." 

Der Regisseur ist selbst Fan des Romans

"Ich spiele was die Amerikaner den Bad Guy nennen", sagt Stellan Skarsgård. "Ich habe die klare Aufgabe, die Bedrohung zu sein für die Helden der Geschichte. Es ist ein faszinierender Charakter. Nicht nur dass er rund 300 Kilo wiegt. Ich habe also versucht, einen Weg für ihn zu finden, wie er sich bewegen sollte, nämlich leicht feminin und empfindsam." 

Filmausschnitt
Spuren im Sand | Bild: Warner Bros. Pictures

Denis Villeneuve, der Regisseur, ist selbst Fan von "Dune". "Es ist großartig einen Regisseur zu haben, der selber besessen von dem Buch ist", sagt Schauspieler Josh Brolin. "Als wir den Film zum allerersten Mal sahen, in Santa Fé, habe ich einen Typen mitgebracht, der die ganze Serie der 'Dune'-Bücher dreimal gelesen hatte, ein absoluter 'Dune'-Fan. Und er saß ganz hinten und als der Film zu Ende war, hat dieser 48 Jahre alte Mann angefangen zu rufen: Das ist es! Das habe ich immer darin gesehen. Endlich! Endlich!"

Machiavelli und LSD

In guter Science Fiction geht es immer um Gegenwart. Science Fiction ist ein Werkzeug, Distanz zu schaffen. So kann sie schwierige Probleme der Gegenwart zu verhandeln ohne Akteure direkt anzugreifen.

Zwei junge Menschen geben ein TV-Interview
Timothée Chalamet und Zendaya | Bild: BR

"Das Buch wurde ganz offensichtlich von einem Typen geschrieben, der eine Menge Pot geraucht und ein paar LSD-Trips geschmissen hat", sagt Stellan Skarsgård. "Und der ganz sicher Machiavelli gelesen hat."

Stand: 12.09.2021 19:01 Uhr

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So., 12.09.21 | 23:10 Uhr
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Bayerischer Rundfunk
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