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Brecht Verfilmung mit Tom Schilling

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Brecht-Verfilmung mit Tom Schilling | Video verfügbar bis 14.02.2020 | Bild: WDR / Stefan Falke

Mit 12 stand Tom Schilling zum ersten Mal auf der Bühne im Berliner Ensemble in "Das Leben des Galilei" von Bertolt Brecht. Heute ist er einer der besten deutschen Schauspieler und spielt den Jahrhundert Dichter. Der Film "Brecht" von Regisseur Heinrich Breloer zeigt den Dichter in seiner Gänze. Er wird nicht nur als Autor, sondern auch als Egomane und Frauenheld dargestellt.

Tom Schilling auf dem Weg zu den Oscars

Tom Schilling fällt es bis heute schwer im Rampenlicht zu stehen. Ihn stresst der ganze Rummel und er fühlt sich abgefilmt. Seiner Meinung nach fällt es Schauspielern besonders schwer, so im Fokus zu stehen wie bei der Berlinale. Sie haben dann nicht diese Rolle oder die coolen Sätze, die ihre Figur normalerweise hat oder gar das Genie von Brecht.

Tom Schilling
Leonie Benesch und Tom Schilling in "Brecht" von Heinrich Breloer  | Bild: WDR / Nik Konietzny

Tom Schilling spielt Brecht. Das Genie. Die Ikone. Die Jahrhundertfigur. Tom Schilling schreckt das nicht. Eine Rolle schreckt ihn nie. Nicht einmal Brecht. "Ich gehe da sehr persönlich ran, was ist mit diesem Mann los, der so irrsinnige Angst hatte zu sterben und der nicht alleine sein kann. Und was ihm das für Drive gibt.", so der Schauspier.

Aus dem Leben eines Teenagers – so beginnt dieser Film. Schon der junge Brecht ist einer, der alles will: In der Liebe und im Leben. Regisseur Heinrich Breloer montiert Brechts Texte mit Erinnerungen von Weggefährten. Zeigt ihn als Erfinder seines eigenen Mythos: mit Mütze, Lederjacke und bald auch Zigarre. Ein Frauenheld, der gierig nach Aufmerksamkeit und Erfolg ist. Er zeichnet ihn grob und zart zugleich.

Schauspiel ist Schillings Berufung

Brecht ist das Gegenteil von mir, sagt Tom Schilling: Als Teenager war er schüchtern. Bis heute beobachtet er lieber, als dass er beobachtet wird. Er ist ein Junge aus Berlin. Mit 12 wurde er auf dem Schulhof fürs Theater entdeckt. Er stand gleich in Brechts Berliner Ensemble auf der Bühne. Seine Berufung kam schon sehr früh zu ihm, sodass nie viel Zeit für das "normale" Teenanger dasein blieb. Den Teenager spielte er auf der Leinwand – Tom Schilling war lange der ewige Junge im deutschen Film. Er war einfach zu gut darin. Eine stille Wucht in jedem Blick, und kein Wort zu viel.

Seit 20 Jahren dreht er Filme. Nein, länger! Sein Debüt war als Vierjähriger. Sein Brecht ist noch einmal so ein Jüngling, der aufbricht, ins Leben. Tom Schilling gibt ihm eine Zerbrechlichkeit, die ihn greifbar macht. Brecht stieg in Berlin mit der Dreigroschenoper zum Theater-Superstar auf. Tom Schilling fliegt jetzt erstmal nach Hollywood. Die Oscars rufen.

Autor: Tim Evers

Stand: 18.05.2019 16:57 Uhr

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Rundfunk Berlin-Brandenburg
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