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Die Schelmen-Geschichte eines Hochstaplers

Detlev Bucks Neuverfilmung von "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"

Jannis Niewöhner als Felix Krull.
Jannis Niewöhner spielt Felix Krull in dem neuen Detlev Buck Film "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull". | Bild: Screenshot/NDR

Mehr Schein als Sein, Schwindel, geschickte Selbstvermarktung – die Schelmen-Geschichte des Hochstaplers Felix Krull ist immer noch aktuell, fast 100 Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Fassung des Romans von Thomas Mann. Das Schauspiel als Lebensinhalt. Krull eignet sich eine fremde Identität an, um aufzusteigen. Heute würde man sagen: er frisiert sein soziales Profil, entwirft eine Wunschpersönlichkeit. Dieselben Mechanismen funktionieren auch heute in den sozialen Medien oder in der Politik.

Eine alte Geschichte neu erzählt

Detlev Buck im Interview.
"Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" von Detlev Buck kommt am 2. September in die Kinos. | Bild: Screenshot/NDR

"Dieses sich rauswinden wollen, und opportunistische, was eine sehr zeitgemäße Veranstaltung teilweise ist und auch teilweise das Mafiöse. Gleichzeitig hat er eben auch Angst zu verarmen. Und gleichzeitig verliebt er sich wahnsinnig, aber er muss sich entscheiden für seine Existenz und er muss wählen zwischen Liebe und Glück oder Wohlstand," sagt Regisseur Detlev Buck.

Jetzt haben er und Drehbuchautor Daniel Kehlmann mit einer Starbesetzung die alte Geschichte neu erzählt. Jannis Niewöhner spielt Felix Krull, Liv Lisa Fries seine Geliebte Zaza, David Kross verkörpert Marquis Louis de Venosta, mit dem Krull die Identität tauscht.

Ein Spiel um Identität, Schein und Liebe

"Wenn man eben an soziale Medien denkt und die Möglichkeit der Selbstinszenierung, wenn man sich Politiker anguckt und sieht: die sind alle irgendwie glatt, die scheinen alle perfekt, aber das können Sie ja nicht sein. Dann fällt einem schon auf, das wir, glaube ich, dazugelernt haben und neue Mechanismen entwickelt haben, wie wir uns verkaufen," sagt Schauspieler Jannis Niewöhner. "Und kann das eben auch tun, ohne dass wir wirklich ein Einblick in die Tiefe zulassen. Und das ist natürlich gefährlich, weil man sich fragt wie sehr findet dann wirklich eine Begegnung noch statt."

Das Spiel um Identität, Schein und Liebe funktioniert vor allem durch die starke Besetzung. Und auch, wenn sie in Schachtelsätzen sprechen und in Kostümen herumlaufen, so holen sie die Geschichte mit ihrem intensiven Spiel doch ins Heute.

(Beitrag: Thorsten Mack)

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Von Detlev Buck
Ab 02. September 2021 in den Kinos

Stand: 22.08.2021 18:37 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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