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Abschied von der Kanzlerin

Was hat Merkel für die Gleichberechtigung erreicht?

PlayBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) winkt
Abschied von der Kanzlerin – Was hat Merkel für die Gleichberechtigung erreicht? | Video verfügbar bis 26.09.2022 | Bild: picture alliance/dpa/AP / Markus Schreiber

Als große Kämpferin für Frauenrechte hat Angela Merkel sich selten hervorgetan. Aber vielleicht hat ihre Kanzlerinnenschaft doch mehr für die Gleichberechtigung getan als erwartet. Und womöglich war es mehr als nur eine Art politischer Betriebsunfall, dass ausgerechnet die männerdominierte Union die erste Frau an der politischen Spitze Deutschlands gestellt hat. Immerhin hat Merkel sich vor kurzem selbst als "Feministin" bezeichnet und als Role Model Frauen dazu ermutigt, sich ganz selbstbewusst und selbstverständlich gegen Männer durchzusetzen. ttt fragt vier Frauen aus der Kulturszene.

Sechzehn Jahre Kanzlerinnenschaft: Was bleibt aus feministischer Sicht? Zum Beispiel: Gleichstellung?

Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin: "Eigentlich hat sie sehr viel für die Frauen erreicht, weil ich glaube, dass es jetzt keinem Menschen in den Sinn käme, Kompetenz und Weiblichkeit nicht zusammen denken zu können, Autorität und Weiblichkeit oder Macht und Weiblichkeit nicht zusammen denken zu können. Wir wissen jetzt, dass das geht, und das wissen wir dank Angela Merkel, obwohl sie uns das bestimmt nicht vorführen wollte."

Anna Bergmann, Schauspieldirektorin: "Ich glaube, einfach dadurch, dass sie Kanzlerin ist und das konnte und auch wirklich weltweit anerkannt und respektiert wurde, ist sie natürlich ein Vorbild."

Ulrike Draesner, Schriftstellerin: "Ich finde, dass Frau Merkel als Bundeskanzlerin ja sehr viel mehr aktiv für Familien und Frauenthemen hätte tun können. Zum Beispiel bei Fragen der Kinderbetreuung. Auch die Frage nach der Pay-Gap. All diese Dinge, die jetzt endlich ein bisschen in Bewegung gekommen sind, die hätten ja auf der Agenda stehen können. Da hat sie wenig getan.

Silke Burmester, Journalistin: "Ich hätte mir auch gewünscht, dass sie mehr die Frauen im Blick hat. Ich glaube aber, dass das, so doof es ist, sehr klug war, sich da nicht zu positionieren, weil sie sich sonst nicht so lange im Amt gehalten hätte."

Allein unter Männern

Merkels Partei war eine, die lange keine Frauen gefördert hat. Was haben die 16 Jahre einer Kanzlerin in Deutschland für den Feminismus gebracht? Gesprochen haben wir mit Schauspieldirektorin Anna Bergmann, Journalistin Silke Burmester, Schriftstellerin Ulrike Draesner und Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken.

Die Fotos im Beitrag stammen aus dem Fotoband "Angela Merkel - Aufnahmen von 1990 bis 2019" von Daniel Biskup (Verlag Salz und Silber).

Stand: 26.09.2021 20:23 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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