SENDETERMIN So, 23.06.19 | 23:05 Uhr | Das Erste

Eine Spur der Verwüstung

Abraum einer Übertageabbaustätte bildet einen Schuttkegel
Mehrere Milliarden Tonnen Erde werden jährlich im Bergbau bewegt. | Bild: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH

Bergbau, Fracking, Siedlungsbau, Straßen - der Mensch verbraucht nicht einfach Fläche, er zerstört die Erdoberfläche zum Teil unwiederbringlich. Täglich werden rund 160 Millionen Tonnen Gestein bewegt, die Haut unseres Planeten ist aus der Luft wie vernarbt. Der Dokumentarfilm "Erde" (Filmstart 4.7.2019) schaut in langen, penetrierenden und erschreckenden Einstellungen auf die Zerstörung und spricht mit den Menschen, die diese Arbeiten verrichten. Was denken sie über die Veränderung, über die Prägung der Welt durch den Menschen?

2.000 Hektar Land für eine neue Stadt

Im kalifornischen San Fernando Valley werden Berge versetzt. Hier soll eine neue Stadt entstehen. Gigantische Bagger bewegen gigantische Erdmassen als wäre der Planet eine einzige riesige Sandkiste. 2.000 Hektar Bauland werden der Natur abgetrotzt. Der Arbeiter Steven Kuzar meint: "Die Erde ist eine grausame Geliebte, sie leistet Widerstand bis zuletzt. Deshalb haben wir große Maschinen mit viel PS. Wir schlagen zurück."

Umweltschädlicher Kupferabbau

Bagger in einer spanischen Kupfermine
Bereits die Römer hatten hier eine Mine. | Bild: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH

Die Arbeiter einer Kupfermine in Spanien wissen, was der Mensch der Erde da antut – aber sie leben davon. Die Metallurgin Susana de Elio de Begny beschwichtigt: "Es kommt noch zu Umweltschäden, aber so wenig wie möglich. Die Menschheit braucht dieses Material, damit wir alle gut leben können. Wir sind egoistisch, wir wollen nicht zurück in die Steinzeit." Mitten in der Kupfermine befindet sich die Überreste der antiken Siedlung Rio Tinto. Sie war die Mine des Römischen Reiches. Bis ihr mit Spaten und Schaufeln nichts mehr entrissen werden konnte. Die Hochkultur ging unter. Ein Omen?

Für den Archäologen Luis Iglesias Garcia ist klar: "Ich bin kein Hellseher, aber das Ausmaß der Ausbeutung der Erde und die Erschöpfung der Ressourcen sind einfach nicht nachhaltig. Entweder wir ändern unser Wirtschaftsmodell zu einem Konzept, das mit Naturschutz und einem vernünftigen Ressourcenverbrauch vereinbar ist, oder das System wird nicht mehr lange existieren. Wenn wir nichts ändern, werden wir untergehen."

Bilder der Verwüstung

Millionen Tonnen Erde bewegt der Mensch täglich - fast dreimal so viel, wie durch die natürlichen Kräfte: Wasser und Wind. Wir hinterlassen pure Verwüstung, weltweit, wie die Dokumentation "Erde" zeigt. Monströs und erhaben zugleich. Und voller Risiken. Der Film ist ein beeindruckendes Plädoyer gegen den Raubbau an der Natur durch den Menschen.

(Bericht: Barbara Block)

Filmtipp
ERDE
Dokumentation | Österreich 2019
Regie: Nikolaus Geyrhalter
FSK: 0 Jahre

Ab 4. Juli im Kino

Stand: 23.06.2019 18:04 Uhr

13 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.

Sendetermin

So, 23.06.19 | 23:05 Uhr
Das Erste

Produktion

Norddeutscher Rundfunk
für
DasErste