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Meister der Metamorphosen

Kinofilm über den Künstler M.C. Escher

M.C. Escher zeichnet an eine Wand.
Der Dokumentarfilm "M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit" kommt am 10. Oktober ins Kino. | Bild: 2018 Robin Lutz AV productions

Unmögliche, endlose Treppen. Wasser, das bergauf fließt. Vögel, die sich in Fische verwandeln. Hände, die sich gegenseitig zeichnen. Paradox! M.C. Escher (1898–1972) ist eine Ikone, seine Grafiken sind weltbekannt. Der Dokumentarfilm "M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit" erweckt Eschers Bilder mit Animationen zum Leben und lässt den niederländischen Künstler anhand von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Notizen selbst zu Wort kommen (gesprochen von Matthias Brandt). Was inspirierte ihn? Woher kamen seine Ideen? Ein faszinierender Einblick in den Escher-Kosmos!

Film-Tipp
M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit
Dokumentarfilm, Niederlande 2018
Mit: Matthias Brandt (Stimme/Erzähler), Graham Nash, George Escher, Jan Escher
Regie: Robin Lutz
Länge: 80 Min.
Kinostart: 10. Oktober 2019

"Drei Flächen der Welt überschneiden sich im rechten Winkel und auf jeder leben Menschen. Zwei Bewohner verschiedener Welten können nicht auf derselben Ebene leben, denn ihre Auffassung davon, was horizontal ist oder vertikal, ist nicht dieselbe. Allerdings können sie dieselbe Treppe benutzen. Aber der eine nur aufwärts, der andere nur abwärts", heißt es im Film. Alles klar? Woher nur hatte Maurits Cornelis Escher diese abgefahrenen Ideen?

Der Musterrausch der Alhambra

In der Alhambra in Granada findet der Film Eschers Lebens-Faszination: die spirituellen Motive der muslimischen Mauren. Ein Musterrausch, eine Trance der Geometrie. Nur eines gefiel Escher nicht, und deshalb machte er es anders: "Jammerschade, dass die Mauren keine Formen aus der Natur abgeleitet haben, wie Steine, Fische, Vögel, Reptilien oder Menschen. Gegenständlichkeit ist so wichtig für mich, dass ich nie in der Lage war, abstrakt zu arbeiten."

Tierornamente, die plötzlich in eine gegenläufige Form übergehen. Ein zweidimensionaler 3-D-Trick. Faszinierend. Aber Kunst oder nur raffiniertes Dekor? "Es ist ein Mischmasch, dem sämtliche perspektivische Tiefe fehlt. Es ist und bleibt das Spiel eines Kindes, und vernünftige Menschen dürfen das gerne für belanglos halten."

Eschers Werk: voller menschlicher Wärme und Tiefe

Aber sein Werk durchströmt menschliche Wärme und Tiefe. Und eine Art göttliche Transparenz. Er schöpft aus der Musik. "Ich bin in Bachs Musik verliebt. Ein kurzes Motiv, das sich in mehreren Variationen wiederholt. Identisch in einer anderen Tonart. Von hinten nach vorne oder von oben nach unten. Es sind fast mathematische Formeln."                      

Die Unendlichkeit malen – eher Mathematik als Kunst. M.C. Escher war unergründliches Genie. Der Film bastelt uns das handwerklich liebevoll und mit selten zu sehendem Charme vor. Allein die frühen Holzschnitte, die Escher von sich und seiner Frau Yetta anfertigt. Sie geben noch ein anderes Licht auf den Eigenbrötler mit den schönen Augen: "Das Schönste und Zarteste an dir, neben deinem Herzen, sind deine Hände, sie berühren mich. Deine langen Finger, wie die einer Diebin, haben mein Herz gestohlen. Warum haben sie sich für meines entschieden?"

(Beitrag: Ralf Dörwang)

Stand: 29.09.2019 18:11 Uhr

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Sendetermin

So., 29.09.19 | 23:20 Uhr
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Produktion

Norddeutscher Rundfunk
für
DasErste