SENDETERMIN So., 12.01.20 | 23:35 Uhr

Wie Udo zu Udo wurde

Der Kinofilm "Lindenberg! Mach Dein Ding"

Udo Lindenberg und Regisseure Hermine Huntgeburth bei der Premiere in Hamburg
Udo Lindenberg und Regisseure Hermine Huntgeburth bei der Premiere des Films in Hamburg | Bild: dpa / Christian Charisius

Er ist der Typ, der sein Ding macht, für den alles klar war auf der Andrea Doria, der ein Mädchen aus Ost-Berlin liebte. Udo Lindenberg, der Mann mit Sonnenbrille und Hut, den quasi jeder kennt. Doch wie wurde aus Udo Udo? Das erzählt jetzt der Kinofilm "Lindenberg! Mach Dein Ding". Er zeigt den kleinen Udo in seiner Heimatstadt Gronau. Udo trommelnd, Udo mit seinem trinkenden Vater, der der Meinung ist, dass alle Lindenbergs nur eins werden können: Klempner. Er zeigt, wie lang der Weg war, vom unbekannten Udo Lindenberg zu dem zu werden, der im Hotel Atlantic residiert. "ttt" hat mit Udo Lindenberg über den Film und das Werden des Udo Lindenberg gesprochen.

FILMTIPP
"Lindenberg! Mach Dein Ding"
Regie: Hermine Huntgeburth
FSK: 12 Jahre
Kinostart: 16. Januar 2020

Udo Lindenberg machte deutschen Rock salonfähig. "Du musst auch ein bisschen verrückt sein und so. Aber Größenknall gepaart mit Charmanz, dann geht das auch, auch mit Selbstironie, ja genau", sagt er. Und wie es ging, speziell auch mit seiner Karriere. Gegen alle Widerstände. "Du trommelst gerne. Ist eine brotlose Kunst, kannst du bei der Feuerwehrkappelle machen", sagte sein Vater. "Ist ganz wichtig, dass du eine Sache ganz schnell kapierst. Wir Lindenbergs werden Klempner und sonst nix."

Erste Platte auf Englisch war erfolglos

Denkste. Der Junge macht sein Ding: Mit 15 haut er ab, landet nach einer abgebrochenen Kellnerlehre schließlich in Hamburg, trommelt sich durch die Musikszene, sucht und verliert sich auf der Reeperbahn. Dann: eine erste, aber erfolglose Platte – natürlich auf Englisch, klar, Rockmusik eben.

"Ich dachte, die Weltstarsprache ist Englisch, und dann habe ich aber gemerkt, wenn ich es gesungen habe, ich kann so viele Dinge nicht so richtig ausdrücken, ich krieg es nicht richtig rüber, das ist eine mir eher fremde Sprache", so Lindenberg. "Wir müssen unsere Sprache wiederfinden. Die haben uns ja damals die Nazis irgendwie geklaut, ja."

Erster Song auf Deutsch schafft es ins Radio

Ein erster Song auf Deutsch schafft es ins Radio, der Traum vom Durchbruch, doch die Verkaufszahlen langten nicht. Der geknickte Lindenberg ist ein als Grenzgänger. Er hat eine Beziehung mit einem Mädchen aus Ostberlin, schmerzvoll, und doch: Er findet seine Rolle. "Versuch etwas anderes, erfind dich einfach neu. Sei was du sein willst, und was immer du sein willst, das bist du dann auch", sagt ihm eine Freundin.

"Natürlich hast du auch Zweifel, ob du so ein großes Ding hinkriegst. Eigentlich bist du auch ein bisschen ein schüchterner Typ, super sensibel und so", erinnert Lindenberg sich.

Cool statt Schlagerschwulst

Szenige Sprache, Privates als Politisches – cool statt Schlagerschwulst. "Da ging's dann richtig drum: Bist du jetzt ein richtiger Rockstar? Und das wollte ich dann schon ganz gerne werden."

1973 dann der erste große Auftritt. "Leichte Versagensängste, ob ich das hinkriege, und dann 15 Doppelkorn, dadamm, weißte. Einer musste den Job ja auch machen, wir haben in Deutschland ja keinen Rockstern und so. Wir haben den Rock’n’Roll auch richtig gelebt, und es auch gefeiert, und das fanden die Leute geil."

Absolut passend: Hauptdarsteller Jan Bülow, in einer typengerechten Verfilmung. Über die Geburt eines deutschen Phänomens.

(Beitrag: Thorsten Mack)

Stand: 12.01.2020 18:54 Uhr

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