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Hamburger Festival um Starpianistin Martha Argerich

PlayStarpianistin Martha Argerich
Hamburger Festival um Starpianistin Martha Argerich | Video verfügbar bis 23.06.2020 | Bild: Adriano Heitman

Es ist ein ganz besonderes Festival: Für eineinhalb Wochen gestaltet Starpianistin Martha Argerich in Hamburg ein eigenes Programm mit ganz unterschiedlichen Besetzungen - als Solistin, im Ensemble, mit Orchester und Musik von Bach bis Bernstein. Martha Argerich ist eine Legende auf dem klassischen Piano. Seit über 50 Jahren spielt sie auf Weltklasse-Niveau. Zu der zweiten Auflage ihres "Martha Argerich Festivals" hat sie befreundete Solist*innen eingeladen wie Khatia Buniatishvili oder Guy Braunstein.

Auch ihre Musikerfamilie ist mit dabei, unter anderem Ex-Ehemann Charles Dutoit, Tochter Lyda Chen und sogar schon ein Enkel. Das "Martha Argerich Festival" (20. bis 30. Juni), veranstaltet mit den Hamburger Symphonikern und ihrem neuen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, wird so zum Familienunternehmen im allerbesten Sinne - und das auf Weltklasse-Niveau.

Zu Besuch beim Festivalauftakt

Martha Argerich gibt nur sehr, sehr selten Interviews. Sie hat den Ruf, unberechenbar zu sein. Sich ihr anzunähern, gilt als äußerst schwierig. ttt durfte am ersten Konzerttag des Festivals in diese sehr fragile, intime Umgebung hineinblicken. Als Martha Argerich Stunden vor dem Konzert in der Laeiszhalle in Hamburg ankommt, umringt sie sofort ein ganzer Tross von Assistentinnen und Veranstaltern. Ihre Nähe ist begehrt. Ihr einziger Wunsch ist jedoch eine Probe mit ihrem Ex-Mann Stephen Kovacevich.

Martha Argerich meint von sich selber: " Von Natur aus bin ich gar nicht so eine aktive Person. Ich mag’s eher ein bisschen entspannter. Gucken, beobachten. Ich warte immer auf Veränderung. Auch bei mir selbst."

Lampenfieber und Rampenlicht

Starpianistin Martha Argerich spielt mit der Pianistin Khatia Buniatishvili vierhändig.
Starpianistin Martha Argerich hat befreundete Solist*innen zu einem Festival eingeladen. | Bild: NDR

Eineinhalb Stunden vor dem Konzert probt die Starpianistin mit Khatia Buniatishvili. Für sie war und ist Martha Argerich eine Mentorin: "Ich kann nicht sagen, dass ich nervös bin. Aber natürlich gibt es noch dieses Gefühl: Das ist Martha Argerich. Für mich das erste Beispiel von Feminismus am Klavier. Aber das hat sie nicht speziell gemacht. Sie wollte das vielleicht nicht. Vielleicht wollte sie, aber sie wusste nicht, dass sie damit auch etwas  macht für die jungen Frauen." Martha Argerich sei sehr frei in ihrem Spiel, meint Khatia Buniatishvili: "Aber andererseits ist sie eine Musikerin, die alles hört. Das ist ganz besonders: Hören, das heißt auch verstehen, andere. Sie hat diese Fähigkeit."

Während der letzten Minuten vor dem Konzert sollen wir mit der Kamera Abstand halten. Es heißt, die Argerich habe großes Lampenfieber. Wie eh und je. Und dann gleich mal einen Solo-Auftritt mit Schumanns „Kinderszenen“. Nach dem Auftritt meint Martha Argerich: "Ich mag's nicht, im Mittelpunkt zu stehen. Ich bin nämlich eigentlich ziemlich schüchtern." Dann schon lieber andere ins Rampenlicht stellen. Vielleicht die letzte echte Legende: Martha Argerich.

(Beitrag: Ralph Baudach)

Konzerttipp
Martha Argerich Festival
20. bis 30. Juni 2019
Laeiszhalle
Hamburg

Stand: 23.06.2019 18:29 Uhr

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Produktion

Norddeutscher Rundfunk
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