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Leben retten und Kunst gewinnen

Die UNO-Kunstlotterie

PlayUNO Kunstlotterie
Die UNO-Kunstlotterie: Leben retten und Kunst gewinnen | Video verfügbar bis 13.09.2021 | Bild: hr

Nobody is a refugee by choice.
Alle zwei Sekunden wird ein Mensch zur Flucht gezwungen.
Wegen Konflikten, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen.
Together and united we stand.
Gemeinsam setzen wir ein Zeichen.

"Heart": 100 Künstler setzen ein Zeichen, das strenggenommen ganz klein ist. Für die Kunstlotterie der UNO-Flüchtlingshilfe spenden sie Werke im Kleinformat. Mit dabei: Stars wie Katharina Grosse, Martin Schoeller und Ólafur Elíasson.

Große Kunst für 40 Euro

"Wir haben keine Voraussetzungen gestellt. Bitte setzt euch mit Flucht, Fluchtursachen oder Schicksalen auseinander, sondern gebt euern Teil dazu bei", sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn.

Flucht ist trotzdem bei einigen zum Thema geworden – mal offensichtlicher, mal subtiler. Bei der Fotografie von US-Künstler Trevor Paglen muss man genau hinsehen, um den Bezug zu erkennen. Die scheinbar idyllische Mondlandschaft entpuppt sich als Grenzzone zu Mexiko.

Paglen sagt: "Eine Sache, über die ich nachdenke, ist: Wie sehen und verstehen wir den Westen? Und gleichzeitig ist es das Nachdenken darüber, in welcher Art und Weise Bilder, von denen wir nicht denken, dass sie politisch sind, eben doch sehr politisch sind, wenn man darauf hingewiesen wird."

Die Fotografie von Paglen und alle anderen Werke sind nicht teuer zu ersteigern, sondern nur zu gewinnen – durch ein Los für 40 Euro. Ein Schnäppchen für einen echten Bisky. Das Motiv: verspielt. Elefant und Dromedar.

Sensibilisiert durch die eigene Geschichte

Es unterscheidet sich stark von dem, was der Berliner Künstler sonst malt. Denn das Werk ist in Drucktechnik entstanden. "Das ist sehr schön, man kann dann auch solche Schraffurtechniken machen, ganz viele oder nur Pünktchen. Und dann kommt das auf angefeuchtetes Papier, wird umgedreht, vorher wird es mit Farbe, mit Druckfarbe, eingeschmiert und dann wird es gedruckt", erklärt der Künstler.

Seine Kunst für die Flüchtlingshilfe zu verlosen – das war ihm eine ganz persönliche Herzensangelegenheit. "Ich glaube, das Problem in Mitteleuropa ist, dass wir schon vergessen haben, wie viele Menschen hier vor ein paar Jahrzehnten noch auf der Flucht gewesen sind. Meine eigene Mutter hatte ihr Leben lang Erfrierungen an den Füßen, weil sie als Kleinkind auf der Flucht einfach so unterkühlt wurde, dass ihre Füße erfroren sind. Und wie könnte ich sowas vergessen?"

Global denken und handeln

Genau für diese Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs wurde das UNHCR ursprünglich gegründet. Heute leistet die NGO weltweit humanitäre Hilfe – und ist dabei auf Spenden angewiesen: Knapp 80 Millionen Menschen sind gerade auf der Flucht.

Die Bilder vom Lager Moria diese Woche sind ein Fanal – für ein zerstrittenes Europa, das nur damit beschäftigt war, diese Menschen aus seinen Ländern fernzuhalten. Peter Ruhenstroth-Bauer sagt: "Die Herausforderung ist also nicht nur, auf sich selbst zu gucken oder auf seinen Kontinent. Sondern natürlich sind wir in einer Welt, die global denken und handeln muss und dann auch gemeinsam nach Lösungen suchen muss."
100 starke Künstler machen darauf aufmerksam. 

100 artist, 1 mission
Be part of it.


Beitrag: Christiane Schwalm

Die UNO-Flüchtlingshilfe-Kunstlotterie
https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/kunst/

Stand: 14.09.2020 09:33 Uhr

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