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Musikalische Zeitreise

Lisa Batiashvilis neues Album "City Lights"

PlayLisa Batiashvili in Berlin
Musikalische Zeitreise | Video verfügbar bis 07.06.2021 | Bild: WDR

Tiflis, München, Helsinki, Paris, Wien, Berlin – Stationen einer internationalen Karriere: Auf ihrem neuen Album "City Lights" unternimmt die Stargeigerin Lisa Batiashvili eine musikalische Zeitreise, auf der sie unter anderem von Till Brönner und Katie Melua begleitet wird. Vor zwei Tagen hätte in Berlin das große Release-Konzert stattfinden sollen. Doch während das öffentliche Leben an Fahrt aufnimmt, liegt der Konzertbetrieb noch weitgehend still. ttt hat sie getroffen und mit ihr über Musik in Zeiten von Corona gesprochen.

Musik tröstet und verzaubert

"Natürlich ist Musik absolut systemrelevant. Das ist etwas, was die Menschheit voranbringt und tröstet. Ich denke, wenn man wieder im Zug und im Flugzeug sitzen kann mit Menschen zusammen, dann sollte man es auch bald in einem Konzertsaal machen können."

Tröstlich, verzaubernd und betörend ist auch die Musik auf ihrem neuen Album. Gemeinsam mit ihren Gästen spürt Lisa Batiashvili dem Sound der Metropolen nach und entführt uns dorthin, wohin wir selber nur bedingt reisen können. "Ich persönlich vermisse ganz viele Ort, das Publikum, die Menschen, die Musik dort", sagt sie. "Für mich ist es ein Geschenk, weil ich dann doch durch diese Musik reisen kann und wieder zurückblicken kann."

Glanzlichter der Großstadt

Lisa Batiashvili mit ihrer Geige
Lisa Batiashvili freut sich auf Konzerte mit Publikum | Bild: WDR

Es war Charlie Chaplin, der sie mit seinen Filmen und Musikkompositionen inspiriert hat. Auf ihrem neuen Album lotet sie ganz unterschiedliche Genres aus: von Klassik über Folk, Jazz, Tango bis zu Pop- und Filmmusik. Das Spektrum reicht von Bach über Dvořák, Charlie Chaplin, den georgischen Komponisten Gija Kantscheli bis Piazzolla. "City Lights" ist auch eine Reise durch ihr Leben. 1979 wurde sie in der georgischen Hauptstadt Tiflis, damals Teil der Sowjetunion, geboren. Ihre Eltern – die Mutter Pianistin, der Vater Violinist – entdeckten und förderten früh ihr Talent. Mit zweieinhalb Jahren bekam sie ihre erste Geige, mit vier stand sie zum ersten Mal auf der Bühne. "Mein Vater durfte als einer von den wenigen Musikern in der Sowjetunion in Europa Konzerte spielen. Ich wollte auch einfach diese Art von Freiheit erleben", erinnert sie sich. "Da war, glaube ich, das als Ziel für meine Eltern schon ganz klar, mich nach Europa zu bringen."

Vom Wunderkind zum Weltstar

1991, nach dem Ende der Sowjetunion, ging sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie war gerade zwölf, als sie an der Hamburger Musikhochschule zu studieren begann. 1993 wechselte sie nach München und wurde Schülerin von Ana Chumachenco. Ein Glücksfall, wie sie sagt, denn die große Violinistin bereitete sie auf den Sibelius-Wettbewerb in Helsiniki vor, bei dem sie 1995 als jüngste Teilnehmerin den zweiten Preis gewann. Es war ein Meilenstein auf ihrem Weg vom Wunderkind zum Weltstar.

Zurück auf die Bühne

Mittlerweile ist Lisa Batiashvili ganz an der Spitze angekommen. Sie tritt mit den renommiertesten Dirigenten und Orchestern auf und hat zahlreiche Alben aufgenommen. Jetzt freut sie sich darauf, bald wieder vor Publikum spielen zu können. Den Lockdown hat sie genutzt, um neue Streamingformate auszuprobieren. Und sich darüber gefreut, dass der Kontakt zum Publikum auch online möglich war. "Die Leute haben das Gefühl, dass sie mehr beteiligt sind an dem Ganzen, wenn sie zum Beispiel auch Kommentare schicken können. Und dieser Bezug ist, glaube ich, etwas, was uns allen sehr gutgetan hat."

Musiktipp

Lisa Batiashvili & Nikoloz Rachveli: City Lights.
Deutsche Grammophon

Autorin des TV-Beitrags: Susanna Schürmanns

Stand: 08.06.2020 09:58 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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