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Soundtrack zur Pandemie

"The Notwist" und ihr neues Album "Vertigo Days"

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Soundtrack zur Pandemie: "The Notwist" und ihr neues Album | Video verfügbar bis 10.01.2022 | Bild: WDR

Sie schreiben seit 1989 Musikgeschichte und haben das oberbayerische Weilheim zum Mekka der deutschen Popmusik gemacht: die Indie-Band "The Notwist".  Am 29. Januar erscheint ihr neues Album, das sie gemeinsam mit internationalen Gastmusikern wie der japanischen Sängerin Saya, dem US-amerikanischen Multi-Instrumentalisten Ben LaMar Gay, der Jazz-Klarinettistin Angel Bat Dawid und der argentinischen Ausnahmesängerin Juana Molina eingespielt haben. "Vertigo Days" überschreitet musikalisch und künstlerisch Grenzen, verbindet Privates mit globalen Zusammenhängen und erzählt nicht zuletzt von den Unwägbarkeiten in Zeiten der Pandemie. ttt hat die Brüder Markus und Micha Acher und Christoph "Cico" Beck im Münchner Plattenladen Optimal Records zum Interview getroffen.

Auf Erfolgskurs

"The Notwist" bei einem Konzert in Berlin am 12.02.2017
"The Notwist" bei einem Konzert in Berlin am 12.02.2017 | Bild: Imago / Roland Owsnitzki

Vor über 30 Jahren haben sie als Schülerband zusammengefunden und 1990 ihr Debütalbum mit einer Mischung aus Punk, Rock und Metal herausgebracht. Inzwischen gelten sie als eine der innovativsten und progressivsten Indie-Bands im Lande. Ein großer Schritt in ihrer Entwicklung war das Album "Shrink", das 1998 erschien. Mit ihrem epochalen Album "Neon Golden" (2002) wurden sie international als deutsches Pop-Ereignis gefeiert. 2008 folgten "The Devil, You+Me" und 2014 "Close to the Glass". Seither sind mehr als sechs Jahre vergangen. In dieser Zeit haben die Bandmitglieder sehr erfolgreich auch in anderen Formationen gespielt (unter anderem "Spirit Fest" und "Hochzeitskapelle"), ihr eigenes Plattenlabel weiterentwickelt, Filmmusiken komponiert und das jährliche Festival "Alien Disko" veranstaltet.  

Surrealistische Zwischenwelt

Markus Acher
Markus Acher | Bild: WDR

Nun also erscheint ihr neues Album, passend zu einer Zeit, die aus den Fugen gerät: "Vertigo heißt Schwindel und schwindelig", sagt Markus Acher. "Alles steht Kopf. Von einem Moment auf den anderen kann sich alles ändern. Nix ist fix. Das ist eigentlich etwas rein Persönliches, was jeder im Leben mal erlebt. Es hat aber dann, als wir die Platte fertig gemacht haben – während Lockdown und Corona – natürlich eine ganz andere globale Bedeutung bekommen und die erzählt nochmal eine ganz andere Geschichte."

Das neue Album spiegelt die großen Veränderungen im Privaten wider. "Irgendwie", so Markus Acher, "saßen wir in diesem Studio, und man hatte das Gefühl, außen um einen herum bricht die ganze Welt zusammen. So war das eine seltsame Zeit, die mich erinnert hat an diese Stimmung, wenn man in der Früh aufwacht und dann wieder einschläft und dann aber sehr realistisch träumt und sich so Sachen drunter mischen" – ein Roadtrip durch eine surrealistische Zwischenwelt.

Micha Acher
Micha Acher | Bild: WDR

Von Anfang an haben sich "The Notwist" zwischen den Welten bewegt – immer auf der Suche nach dem neuen, dem unverbrauchten Klang. Das Label "Weilheim-Sound" haben sie sich nie zu eigen gemacht. Auch "Vertigo Days" zeigt diese Haltung der Band, "dass man", so Micha Acher, "vollkommen aus Überzeugung sein Ding macht, ohne irgendwelche Kompromisse".

Und so gelingt es der Band, mitten im Lockdown den Raum für Träume zu öffnen und den Stillstand in Bewegung zu verwandeln: "Man realisiert irgendwann, dass alles sich von einem Schlag auf den nächsten ändern kann und nichts festgeschrieben und garantiert ist. Und man merkt, dass es sich ja ins Positive genauso wenden kann."

Musiktipp

The Notwist: Vertigo Days
Label: Morr
CD, Streaming, Download, Black Vinyl
Erscheinungsdatum: 29. 1.2021

Autorin des TV-Beitrags: Marion Ammicht

Die komplette Sendung steht am 10. Januar ab 20 Uhr zum Abruf in der Mediathek bereit.

Stand: 12.01.2021 10:38 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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