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Missbrauchsvorwurf gegen den "King of Pop"

Michael Jackson in der Bundeskunsthalle Bonn

Blick in die Ausstellung in der Londoner National Portrait Gallery
Blick in die Ausstellung in der Londoner National Portrait Gallery | Bild: ddp/Richard Pohle

Die Pädophilie-Vorwürfe gegen Michael Jackson sind nicht neu. Der Dokumentarfilm "Leaving Neverland", vor wenigen Tagen in den USA ausgestrahlt, aber hat ihnen erneut Gewicht gegeben. Darin berichten zwei Männer, wie sie als Kinder vom "King of Pop" verführt und jahrelang missbraucht wurden. Ihre Aussagen belasten den 2009 verstorbenen Musiker schwer.

Boykott von Jackson-Songs

Mehrere Radiosender, darunter die BBC, haben sofort reagiert und sämtliche Jackson-Songs aus ihrem Programm gestrichen. Auch hierzulande wird darüber gestritten, welche Folgen die Vorwürfe für den Umgang mit Jacksons Werk haben sollen.

Im Fokus steht die Bonner Bundeskunsthalle. Dort wird ab dem 22. März die Ausstellung "Michael Jackson: On the Wall" zu sehen sein.

Trennung von Leben und Werk

Rein Wolfs, Chef der Bundeskunsthalle
Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle | Bild: ddp/Richard Pohle

Soll die Schau verändert oder ganz abgesagt werden? Die Kuratoren sehen dazu keinen Anlass, auch wenn, wie Intendant Rein Wolfs betont, die Vorwürfe schockierend seien. Die Ausstellung beschäftige sich ausdrücklich nicht mit der Biografie von Michael Jackson. Im Mittelpunkt stehe vielmehr der enorme Einfluss, den er als öffentliche Person  auf die zeitgenössische Kunst gehabt habe.  

Johannes Kahrs, Untitled (Jesus aged 43), Courtesy of the artist and Zeno X Gallery, Antwerpen
Johannes Kahrs, Untitled (Jesus aged 43), Courtesy of the artist and Zeno X Gallery, Antwerpen | Bild: Johannes Kahrs

Gezeigt werden Werke von über 40 Künstlern, unter anderem von Andy Warhol, Jeff Koons, Keith Haring und Paul McCarthy. Sie alle haben Jackson in verschiedenen Medien – Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Fotos und Video – und auf unterschiedliche Weise dargestellt: in bunt und schwarzweiß, mal naturalistisch, mal surreal. Eine Hommage an den "King of Pop" sei das aber nicht.

Die Schau ist eine Übernahme aus der Londoner National Portrait Gallery. Dort war sie bis Oktober 2018 zu sehen. Konzipiert wurde sie schon vor mehr als zwei Jahren. Damals gab es die #MeToo-Debatte noch nicht. Die Anschuldigungen gegenüber Jackson sind allerdings viel älter. In Bonn wird die Ausstellung nun um einige Veranstaltungen ergänzt, die die neuesten Entwicklungen berücksichtigen.

Autor des TV-Beitrags: Christof Boy

Stand: 09.03.2019 16:52 Uhr

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