SENDETERMIN So., 16.05.21 | 23:05 Uhr | Das Erste

Extravagant und bodenständig

Carol Schuler ist die Schweizer "Tatort"-Hoffnung

Carol Schuler ist die Schweizer "Tatort"-Hoffnung | Video verfügbar bis 13.06.2021 | Bild: WDR

Sie ist Schauspielerin, Musikerin und seit Oktober 2020 die Profilerin Tessa Ott im Schweizer "Tatort". Gleich in der ersten Folge "Züri brennt" hat sie an der Seite ihrer Kollegin Anna Pieri Zuercher neue Akzente gesetzt. "Ich habe vor allem gespürt, dass es trotzdem und immer noch anscheinend was ganz Besonderes ist, dass zwei Frauen diese Kommissarinnen-Rollen übernehmen." In ihren Augen ist das verblüffend: "Das hatte ich mir vorher gar nicht ausmalen können. Ich meine, wir sind in 2021. Das ist doch mittlerweile das Normalste der Welt." ttt hat Carol Schuler in Köln getroffen und mit ihr u.a. über ihr Engagement für die Seenotrettung "Sea-Eye" gesprochen.

Magie des Theaters

1987 in Winterthur geboren, hat Carol Schuler schon früh mit der Schauspielerei begonnen.  Für ihre erste Hauptrolle im TV-Film "Lieber Brad" wurde sie mit dem Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin ausgezeichnet. Da war sie 14 Jahre alt.

Mit 19 zog sie nach Berlin und studierte Schauspiel am Europäischen Theaterinstitut. Es folgten Engagements am Schauspielhaus Zürich und an der Berliner Volksbühne. Seit der Saison 2017/18 gehört sie zum Ensemble der Schaubühne. "Das Theater hat eine große Magie, und diese Magie hat es nicht verloren. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, etwas anderes zu machen."

Perspektivwechsel

Carol Schuler
Beim Zurich Filmfestival 2020 | Bild: Getty Images for ZFF

Bundesweit bekannt geworden ist sie mit ihren Film- und TV-Rollen. Sie war unter anderem in den Kinofilmen "Nachtlärm" und "Maria Mafiosi" sowie in der amerikanischen Serie "Homeland" und in der deutschen Serie "Skylines" zu sehen. "Ich glaube schon, dass man sich als Schauspieler für die Welt um einen herum interessieren muss und für die Menschen, die Probleme der Menschen. Das ist ja eigentlich unsere Aufgabe, wir beobachten und probieren, etwas durch Kunst, durch Schauspielerei darzustellen, zu versuchen, damit Leute zu erreichen, dass sie die Sachen vielleicht mal mit anderen Augen sehen."

Gesellschaftliches Engagement

Die Perspektive zu wechseln und genauer hinzuschauen: Dazu will sie die Menschen auch mit ihrem Videospot anregen, den sie gemeinsam mit Kolleg*innen für die Seenotrettung "Sea-Eye" gedreht hat. Es geht darum, sich in die Situation von Flüchtlingen hineinzuversetzen. Als prominente Schauspielerin, glaubt sie, hat ihre Stimme ein anderes Gewicht. "Dadurch, dass ich durch meinen Beruf eine Person der Öffentlichkeit bin, habe ich wahrscheinlich eine größere Reichweite als viele andere Menschen, die wirklich ihr Leben dafür opfern, anderen zu helfen, also Sozialarbeiter oder die sich bei der Seenotrettung engagieren. Deswegen dachte ich: Okay, dann nutze ich doch diese Reichweite, um was Sinnvolles zu machen."

Nicht dabei war sie hingegen bei der Schauspieleraktion #allesdichtmachen, die sich kritisch mit der Corona-Politik auseinandersetzte und auf heftige Kritik stieß. "Ich bin darauf nicht angesprochen worden, aber ich hätte auch nicht mitgemacht. Weil das nicht meine Art ist etwas auszudrücken. Es war mir zu humorlos. Es ist schwierig, in dieser Zeit etwas zu machen, was ins Zynische kippt."

Autorin des TV-Beitrags: Hilka Sinning

Die komplette Sendung steht am 16. Mai ab 20 Uhr zum Abruf in der Mediathek bereit.

Stand: 16.05.2021 19:28 Uhr

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