SENDETERMIN So., 18.09.22 | 23:05 Uhr | Das Erste

"Im Westen nichts Neues"

Erste deutsche Verfilmung des Literaturklassikers von E. M. Remarque

PlayFilmszene "Im Westen nichts Neues"
"Im Westen nichts Neues": Verfilmung des Literaturklassikers | Video verfügbar bis 18.09.2023 | Bild: Reiner Bajo

"Im Westen nichts Neues", Erich Maria Remarques Antikriegsklassiker aus dem Jahr 1928, ist mit großem Aufwand und Starbesetzung von Netflix neu verfilmt worden. Neben Daniel Brühl, Albrecht Schuch, Devid Striesow und Edin Hasanović ist der junge Felix Kammerer in einer der Hauptrollen zu sehen. Gerade feierte der Film auf dem Toronto Filmfestival seine Weltpremiere. Vor dem Start bei Netflix kommt der Film am 29. September in die Kinos – eine Voraussetzung dafür, dass er als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film gehen darf. ttt hat Regisseur Edward Berger in Berlin und Felix Kammerer in Wien getroffen.

 Das Grauen des Krieges

Als Erich Maria Remarque seinen Roman schrieb, war der Erste Weltkrieg gerade zehn Jahre vorbei. Mit seiner schonungslosen Schilderung der Schrecken des Krieges traf er einen Nerv. Innerhalb weniger Monate nach seinem Erscheinen erreichte der Roman eine Auflage von 450.000 Exemplaren, wurde in 26 Sprachen übersetzt und 1930 von Lewis Milestone verfilmt. "All Quiet on the Western Front" schrieb Filmgeschichte und erhielt gleich zwei Oscars – für die beste Regie und für den besten Film. Doch die Nazis sahen in ihm eine Gefährdung des deutschen Ansehens und zensierten ihn.

Regisseur Edward Berger
Regisseur Edward Berger | Bild: WDR

Nun also kommt Remarques Klassiker erneut ins Kino, erstmals aus deutscher Perspektive verfilmt. Es ist keine Heldengeschichte, im Gegenteil:  "Wir sind mit diesem Horror, mit diesem Verlust, mit dieser Schuld aufgewachsen. Das ist einfach in der Psyche drin", sagt Edward Berger. "Da bleibt nichts Positives, nichts Heldenhaftes zurück. Jeder Tod, egal auf welcher Seite, ist ein Tod und somit einfach nur schrecklich."

Trip in die Hölle

Filmszene "Im Westen nichts Neues"
Kriegsbegeisterung | Bild: Reiner Bajo

"Im Westen nichts Neues" erzählt die Geschichte einer Gruppe junger deutscher Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Im Mittelpunkt steht der 17-jährige Gymnasiast Paul Bäumer (Felix Kammerer). Angefeuert von ihrem Rektor, können er und seine Freunde es kaum erwarten, in den Krieg zu ziehen. Doch aus der Euphorie wird bald ein Trip in die Hölle. An der Front sind sie mit der grausamen Realität konfrontiert – mit Granaten- und Gasangriffen, mit Vernichtung, Sterben und Tod. Vor allem aber spüren sie, wie die Angst sie zu beherrschen beginnt, wie sie gegen die Verrohung um den letzten Rest von Menschlichkeit kämpfen müssen, während andere über ihr Schicksal entscheiden. Selbst als im November 1918 der Waffenstillstand greifbar nahe ist, geht der Krieg für die jungen Soldaten weiter.

Erschreckend aktuell

"Im Westen nichts Neues" ist ein Film, der das Potenzial hat, alle Illusionen über die "Sinnhaftigkeit" des Krieges zu zerstören. "Wir haben das alles schon mal durch", sagt Edward Berger, "und man merkt, wie die Demagogen junge Menschen verführen und jetzt auch wieder in den Krieg ziehen, sie völlig unschuldig und unbewusst da reinziehen. Wir verstehen anscheinend nicht, daraus eine Lehre zu ziehen."

Felix Kammerer
Felix Kammerer | Bild: WDR

Die Botschaft des Films ist nicht neu, doch in intensiven Bildern führt er uns vor Augen, was der Krieg mit den Menschen macht. "Der Stoff ist genau deswegen aktuell", so Felix Kammerer, "weil wir traurigerweise genau wieder in dieser Situation sind und es offensichtlich einfach nicht aufhört. Und das ist so erschreckend, und gerade deswegen braucht man, glaube ich, wieder so eine Erinnerung daran."

Autor des TV-Beitrags: Dirk Fleiter

Die komplette Sendung steht am 18. September ab 20 Uhr zum Abruf in der Mediathek bereit.

Stand: 18.09.2022 19:22 Uhr

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So., 18.09.22 | 23:05 Uhr
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Produktion

Westdeutscher Rundfunk
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