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Mit Lenny am Big Apple

Das coole Bernstein-Experiment von Manz & Studnitzky

PlayJam-Session mit Manz & Studnitzky
Mit Lenny am Big Apple | Video verfügbar bis 22.09.2020 | Bild: WDR

Mit "A Bernstein Story" widmen sich der Klarinettist Sebastian Manz und der Jazz-Grenzgänger Sebastian Studnitzky dem genialen Leonard "Lenny" Bernstein. Das Album ist kein gängiges Klassik-Jazz-Crossover, sondern eine experimentierfreudige und sehr eigene Hommage an den Dirigenten, Komponisten, Pianisten und Intellektuellen, aufgenommen im legendären "Systems Two Studio" in Brooklyn. Für ttt haben sich Manz und Studnitzky zu einer Jam-Session in Berlin getroffen. 

Zwei Ausnahmemusiker

Manz und Studnitzky verbindet zwar ihr gemeinsamer Vorname. Eigentlich kommen die beiden Musiker aber aus zwei ganz unterschiedlichen Welten.

Klarinettenstar Sebastian Manz

Sebastian Manz, 1986 in Hannover geboren, wurde das musikalische Talent in die Wiege gelegt. Der Enkel des legendären russischen Geigers Boris Goldstein und Sohn zweier Pianisten gilt als einer der besten Klarinettisten des Landes. Bekannt wurde er 2008 beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Damals gewann er nicht nur den ersten Preis in der Kategorie Klarinette, der seit 40 Jahren nicht mehr vergeben worden war, sondern auch den begehrten Publikumspreis. Seit 2010 ist er Solo-Klarinettist des SWR Symphonieorchester. Regelmäßig gastiert er auf den großen Bühnen und spielt unter anderem mit den Münchner Symphonikern, der Staatskapelle Halle, dem deutschen Kammerorchester Berlin und der Baden-Badener Philharmonie. Seine 2017 erschienene Einspielung von Carl Maria von Webers Gesamtwerk für Klarinette wurde mit dem Echo Klassik und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.    

Jazzpianist, Trompeter und Komponist Sebastian Studnitzky

Sebastian Studnitzky, 1971 im Schwarzwald geboren, spielt gleich zwei Instrumente auf höchstem Niveau. Er studierte Trompete und Klavier in der Fachrichtung Jazz & Pop an der Hochschule für Musik in Stuttgart. Anschließend ging er als Stipendiat an das renommierte Berklee College of Music in Boston. Der Grenzgänger zwischen Jazz, Klassik und Elektro tourt weltweit und ist in Clubs und auf Festivals präsent (u.a. mit Nils Landgrens "Funk unit", "Jazzanova", "Mezzoforte" oder Wolfgang Haffner). 2012 gründete er sein eigenes Label "Contemplate". Das von ihm 2014 initiierte XJAZZ Festival wurde aus dem Stand zum größten Jazzfestival Berlins. 2015 bekam er den Echo Jazz. Als Professor für Trompete lehrt er an den Musikhochschulen in Dresden und Berlin.

Begegnung zweier Welten

Nun also haben sich Manz und Studnitzky zusammengetan. Denn beide eint – außer ihrem Vornamen – auch die Lust, Neues zu entdecken. Sie nähern sich Bernstein aus ihrer eigenen Ecke – Manz als Klassiker, Studnitzky als Jazzer – und schaffen gemeinsam ein neues, unkonventionelles Gesamtkunstwerk.

Volles Risiko

So wie auch die Aufnahme im "Systems Two Studio" ziemlich unkonventionell war. Die beiden Musiker haben sich erst in New York kennengelernt und im Studio zum ersten Mal zusammengespielt. "Ich fand es reizvoll, auf volles Risiko zu gehen", meint Studnitzky, "vor allem auch, dass du das als Klassiker mitmachst". "Es war gewagt, aber auch einmalig", findet Manz. "Mich nervt es immer wieder, dass wir Klassiker uns im Kreis drehen. Wir reproduzieren immer nur das, was es schon gibt. Aber man kann das ja auch aufgreifen, was es gibt, und daraus was Neues machen. Da war für mich ausschlaggebend, Studnitzky als Jazzmusiker dabei zu haben."

Grundlage ihres Projektes ist Bernsteins Klarinettensonate. "Wir haben sie ausgeweitet", erklärt Manz – "ausgeweidet", ergänzt Studnitzky – "ein bisschen Elektronik hinzugefügt und ein paar ganz eigene Sachen, dekonstruiert und neu zusammengefügt." Sie loopen, improvisieren, toben sich aus – zwei Musiker, denen man anhört, wie viel Spaß sie beim Spielen haben.

Und so ist "A Bernstein Story" keine Nacherzählung und auch kein Remix, sondern eine Begegnung zweier, nein dreier Musiker auf höchstem Niveau, an der auch "Lenny", der dritte im Bunde, seine Freude gehabt hätte.

Musiktipp

Sebastian Studnitzky, Sebastian Manz: A Bernstein Story.
Berlin Classics

Autorin des TV-Beitrags: Marion Ammicht

Stand: 22.09.2019 18:35 Uhr

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