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"I am Greta"

Dokumentarfilm über Greta Thunbergs Kampf für den Klimaschutz

PlayGreta Thunberg mit ihrem Schild "Schulstreik" auf schwedisch
"I am Greta" – Film über Greta Thunbergs Kampf für den Klimaschutz | Video verfügbar bis 27.09.2021 | Bild: B-Reel Films AB

Sie war 15 Jahre alt, als sie sich zum ersten Mal öffentlich für den Klimaschutz einsetzte. "Skolstrejk för klimatet" – Schulstreik fürs Klima – stand auf dem Plakat, mit dem sie sich am 20. August 2018, dem Ende der schwedischen Sommerferien, in Stockholm vor das Parlamentsgebäude setzte. Dort demonstrierte sie jeden Tag bis zur Wahl des Schwedischen Reichstags am 9. September 2018, danach einmal die Woche. Immer mehr Jugendliche schlossen sich unter dem Motto "Fridays for Future" an. Mittlerweile ist Greta Thunberg zur Ikone einer weltweiten Bewegung für den Klimaschutz geworden. Dafür wurde sie mit dem Menschenrechtspreis von "Amnesty International" und dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das "Time Magazine" kürte sie zur Person des Jahres 2019. Wie wurde aus dem schüchternen Mädchen eine weltberühmte Aktivistin und ein Vorbild für Millionen Menschen? Regisseur Nathan Grossman und sein Team haben Greta Thunberg über ein Jahr lang begleitet. Die ARD-Koproduktion feierte bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig Weltpremiere. Am 16. Oktober kommt "I am Greta" in die deutschen Kinos.

"Wir haben keine andere Wahl"

Greta Thunberg bei der Klimakonferenz in Kattowitz (Polen)
Greta Thunberg bei der Klimakonferenz in Kattowitz (Polen)  | Bild: B-Reel Films AB

"Ich hoffe, jeder, der den Film sieht, kann letztlich verstehen, dass wir Jugendlichen nicht einfach aus Spaß an Schulstreiks teilnehmen. Wir protestieren, weil wir keine andere Wahl haben", sagt Greta Thunberg. "I am Greta" – so beginnt sie fast jede ihrer Reden. Nathan Grossman zeigt auf eindrucksvolle Weise ihren Werdegang von der ersten Soloaktion im August 2018 bis zu ihrem Segeltörn zur UN-Klimakonferenz in New York im Herbst 2019.

Kennengelernt hat er sie 2018 in Stockholm. Ein Freund hatte sie auf Greta aufmerksam gemacht, die damals ihren ersten Schulstreik plante. "Wir dachten, wir könnten ein, zwei Tage filmen und gucken, was passiert", erinnert er sich. Doch es kam anders. Aus der Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft. Nathan Grossman filmte, wie sich immer mehr Menschen Greta anschlossen – erst in Stockholm, dann in ganz Schweden, in Dänemark und Finnland, bis innerhalb weniger Monate aus ihrem Schulstreik eine globale Bewegung wurde.

Im Auge des Hurricans

Greta Thunberg bei einer Fridays-for-Future-Demonstration
Greta und Fridays for Future | Bild: B-Reel Films AB

Nathan Grossman teilt Gretas Haltung zum Klimaschutz. Das erleichterte ihm den Zugang zu ihr und ihrer Familie. Er hatte Gelegenheit, sie privat zu begleiten, war dabei, wenn sie ihre Reden schrieb, beobachtete, wie mit steigender Popularität auch der Druck auf sie wuchs. Greta, die seit ihrer Geburt am Asperger-Syndrom leidet, braucht feste Alltagsroutinen und Rückzugsorte. Wenn es ihr gut geht, beeindruckt sie alle mit ihrem umfangreichen Wissen und ihrer konzentrierten Art. An schlechten Tagen kann sie den Hass, den sie auch auf sich zieht, kaum ertragen. "Soweit es mir möglich war, habe ich den Film aus ihrer Perspektive gedreht", sagt Nathan Grossman. Trotzdem erzählt er mehr als Gretas Geschichte. "Der Film dokumentiert dieses 'verrückte Jahr', wie sie es nannte. Er bringt dich ins Auge des Hurrikans. Gretas Einfluss und die rasant wachsende Jugendbewegung in nur einem Jahr – das ist wirklich ziemlich verrückt und historisch einmalig, glaube ich."

Der Film ist ein Appell, Greta und die von ihr initiierte Bewegung ernst zu nehmen. "Die Zeit ist reif", sagt Nathan Grossman. "Ich denke, die Welt hat auf jemanden gewartet, der die Frustration ausdrückt, die sich beim Thema Klimawandel über so lange Zeit aufgestaut hat." Greta Thunberg ist eine Identifikationsfigur, die über sich selbst hinausweist und das formuliert, was viele denken: "Alles, worum wir bitten, ist, dass unsere Gesellschaft die Klimakrise als Krise behandelt. Und uns eine sichere Zukunft gibt."

Autor des TV-Beitrags: Maximilian Burk

Stand: 28.09.2020 08:36 Uhr

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