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"Von Wegen Lisbeth"

Berliner Indie-Pop-Band auf Erfolgskurs

PlayDie fünf Musiker der Band "Von Wegen Lisbeth"
"Von Wegen Lisbeth" | Video verfügbar bis 30.06.2020 | Bild: Nils Lucas

Chilliger Sound, kesser Wortwitz, skurrile Instrumente: Das Boy-Quintett aus Steglitz legt seit seinem Debüt 2016 mit "Grande" einen kometenhaften Aufstieg hin. Jetzt geht "Von Wegen Lisbeth" mit dem gerade erschienenen zweiten Album "Sweetlilly93@hotmail.com" auf Tournee. ttt hat die Indie-Pop-Combo um Frontmann und Liedtexter Matthias Rohde begleitet.

Ironie und Melancholie

Sie singen zeitgemäße Songs mit viel Ironie und einer Portion Melancholie. Ganz beiläufig geht es dabei auch um Gesellschaftskritik, um Gentrifizierung, Hass im Internet oder die AfD.

Gegründet hat sich die Band 2012. Die fünf Jungs (Sänger/Gitarrist Matze Rohde, Gitarrist Doz Zschäbitz, Schlagzeuger Julian Zschäbitz, E-Bassist Julian Hölting und der Mann am Synthesizer Robert Tischer) kannten sich aber schon vorher und haben bereits als Gymnasiasten gemeinsam Musik gemacht.

Die ersten großen öffentlichen Auftritte hatten sie als Vorband von "AnnenMayKantereit" und "Element of Crime". Ende 2014 erschien ihre EP "Und plötzlich der Lachs", im Sommer 2016 dann das erste eigene Album "Grande".

"Musik, die uns gefällt"

Robert Tischer, "Von Wegen Lisbeth"
Robert Tischer | Bild: WDR

"Wenn man probiert, Leuten zu beschreiben, was wir machen, dann muss man schon immer sagen: Ja, deutschsprachige Musik, und damit grenzt man schon ziemlich viel ein, "sagt Robert Tischer, "aber nicht unbedingt ein Genre festlegen, oder eine Zugehörigkeit zu irgendeinem Stil. Wir haben nie bewusst gesagt, wir lassen jetzt die 80er wiederaufleben oder wollen keine Punk-Einflüsse mehr haben oder gerade zur Punkszene gehören, sondern einfach nur ein bisschen die Musik machen, die uns gefällt."

Stories, wie sie jeder kennt

Matthias Rohde, "Von Wegen Lisbeth"
Sänger und Frontmann Matze Rohde | Bild: WDR

Sie erzählen Alltagsgeschichten, lässig und sprachverliebt, aus der Perspektive von Beobachtern, die sich gern an ihre eigenen Erfahrungen erinnern und ihre Erlebnisse großzügig mit anderen teilen. Die Texte klingen unaufgeregt und zielen doch mitten ins Herz ihrer Fans. "Wenn ich einen Song schreibe, der so die supergroßen pathetischen Themen umfasst, dann finde ich es einfach unangenehm", meint Matthias Rohde. "Das will ich mir nicht anhören, ich mag das nicht. Und deswegen machen wir das lieber in so einem kleinen Alltagsbeobachtungen-Rahmen."

Nun also das zweite Album "Sweetlilly93@hotmail.com" mit Geschichten über eine Fahrstuhlliebe ("Westkreuz") oder einen Fahrradkurier ("Lieferandomann"). Es sind kleine Stories aus dem großen Kosmos, der sich zwischen Praktikantendasein und Klimaretten erstreckt. Robert Tischer: "Solche Songs helfen den Leuten vielleicht eher darüber nachzudenken, als wenn man ihnen direkt sagen würde: Geht auf eine Demo. Kauft nicht mehr von Nestlé. Macht gute Dinge im Leben, seid gute Menschen. Da denken alle, ja gut, den Scheiß muss ich mir nicht anhören. Das hat einfach wesentlich mehr Witz, wie Matze die Texte schreibt. Es geht nicht darum, den Leuten irgendwie zu sagen, was sie zu tun haben, sondern den Leuten einfach zu zeigen, dass sie über irgendwas nachdenken sollen."

Und der Titel des Albums? "Sweetlilly93@hotmail.com" erinnert an alte E-Mail-Adressen oder an Nicknames auf Facebook und Instagram. Aber eigentlich ist er so ähnlich wie der Bandname "Von Wegen Lisbeth": sinnfrei, aber cool.

Autor des TV-Beitrags: Peter Scharf

Stand: 30.06.2019 11:24 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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