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Schriftsteller gegen Trump

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Schriftsteller gegen Trump | Video verfügbar bis 18.10.2021 | Bild: hr

Paul Auster: "Derjenige, der in der Geschichte des Landes am wenigsten geeignet war, ist Präsident geworden. Und alle Befürchtungen, die ich anlässlich dieser Präsidentschaft hatte, sind eingetreten.

Dina Nayeri: "Er benutzt Flüchtlinge und Immigranten als Sündenböcke für so ziemlich alles."

Siri Hustvedt: "Seit Jahren hören wir jetzt Hasstiraden - aus dem Mund des Präsidenten!"

Cornelia Funke: "Im Moment ist Amerika ein Land, wo der Kapitalismus absolut von der Leine gelassen worden ist."

Masha Gessen: "Klar könnte er wiedergewählt werden!"

Susan Nieman: "Es ist wirklich die wichtigste Wahl meines Lebens, und die Konsequenzen könnten verheerend sein."

Cornelia Funke: "Ich glaube, jeder hier im Land hat Angst."

Paul Auster: "Wir haben jetzt wirklich zwei Kulturen, zwei Lager, die nicht miteinander reden, die sich nicht mehr zuhören! Und ich glaube, den vielen Worten, die wir geschrieben haben, und dem, was wir in Interviews und öffentlich gesagt haben, hört die andere Seite nicht zu."

Masha Gessen: "Es wird immer klarer, dass er von Schulden getrieben ist. Sein ganzes Leben war dieser Typ hochverschuldet. Er lebte immer in großem Wohlstand, ist aber ein miserabler Geschäftsmann. Daher musste er immer größere schmutzige Geschäfte machen. Und jetzt ist er auf dem Gipfel der Gaunerei: Er hat das Geld der amerikanischen Wähler und Steuerzahler ergaunert."

Eliot Weinberger: "Er ist der erste Präsident, der Millionen damit verdient, Präsident zu sein."

Paul Auster: "Zu viele Menschen in diesem Land mühen sich ab, haben zwei Jobs, manchmal sogar drei. Familien, in denen beide arbeiten und die sich trotzdem kein vernünftiges Leben leisten können."

 Masha Gessen: "Diese Regierung hat mit einer außergewöhnlich konzertierten Aktion den Fortschritt bei der Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Transsexuellen zunichte gemacht. Wir hatten nur für fünf Jahre gleiches Recht, zu heiraten. Und wenn man jetzt sagt: Wir nehmen dieses Recht wieder weg, dann heißt das: Wir wollen damit aufhören, LGBT-Leute als Menschen anzusehen. Rechte wieder zu entziehen, ist eine ganz besondere Art der Politik: Besonders grausam und besonders faschistisch, weil sie entmenschlicht.

Cornelia Funke: "Das Ausmaß des Faschismus - da hat man sich vielleicht doch lange etwas vorgemacht!"

Siri Hustvedt: "Rasse spielt eine ganz große Rolle bei der Spaltung dieses Landes."

Paul Auster: "Das sind die größten und andauerndsten Demonstrationen in der Geschichte des Landes. Außergewöhnliche Ströme! In mehr als zweitausend Städten haben Leute demonstriert."

Siri Hustvedt: "In diesem Land sind 215.000 Menschen gestorben. Der Umgang mit dem Virus war eine Katastrophe."

Cornelia Funke: "Dass wir uns wahrscheinlich nie fremder in diesem Land gefühlt haben, weil bestimmte Werte, die wir als Europäer für selbstverständlich halten –  wie ein sozialer Vertrag, dafür sorgen, dass es so was wie Gesundheitsvorsorge gibt, Altersvorsorge und so weiter – hier wirklich auf so brutale Weise gebrochen werden, dass uns das gerade jetzt zu Covid-Zeiten sehr klar wird."

Eliot Weinberger: "Meine größte Angst ist, dass er wiedergewählt wird. Was er dann, in der zweiten Amtszeit, tun könnte, übersteigt meine Vorstellungen."

Paul Auster: "Dann ist das amerikanische Experiment einer demokratischen Republik am Ende. Wir bekommen dann ein autoritäre Regierung. Das ist der größte Alptraum, den wir uns vorstellen können."

Susan Neiman: "Ich kenne auch Leute, die eine Bleibe suchen für November, weil sie Angst vor Bürgerkrieg haben, was ja überhaupt nicht ausgeschlossen ist. Trump hat bei seiner Debatte geradezu dazu aufgerufen."

Paul Auster: "Millionen werden auf die Straße gehen – Millionen! – wenn er das versucht, bei einem Sieg Bidens. Millionen über Millionen – ich glaube nicht, dass er damit durchkommt. Aber wenn, dann schlittern wir in einen Bürgerkrieg. Wir brauchen einen erdrutschartigen Sieg, keinen knappen Sieg, den er in Frage stellen würde, sondern einen großen. So groß, dass es für ihn unmöglich wird, ihn anzuzweifeln.

Beitrag: Alexander Stenzel

Stand: 18.10.2020 23:35 Uhr

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