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Das NASA-Archiv: 60 Jahre im All

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Das NASA Archiv: 60 Jahre im All | Video verfügbar bis 31.03.2020 | Bild: Taschen Verlag

Was für eine Anmaßung. Der Flug ins All. Aber als der Mensch oben war und herabblicken wollte, da konnte er es nicht. Es war schön. Und er: allein.

Weihnachten 1968. Die Apollo 8 soll den Mond umkreisen. Das Raumschiff verschwindet, der Funkkontakt bricht ab. Als die Crew wieder auftaucht, hat sie einen unvergleichlichen Blick. Die Erde geht über dem Mond auf. Und die Apollo 8 setzt einen historischen Funkspruch ab: "An alle Menschen da unten. Die Mannschaft von Apollo 8 wünscht ein friedliches Weihnachten und Gott segne euch." 

Die Erde ist nur ein kleiner Punkt im Weltall

"Diese Aufnahmen erinnerten uns daran – während wir hier unten stritten, kämpften, Kriege führten – dass die Erde nur ein kleiner blauer Punkt da draußen in der Weite des Weltalls ist", sagt Piers Bizony, der Autor des Buches "Das NASA-Archiv". "Und es war ein ziemlicher Schock für die Menschen, das in der Zeitung zu sehen."

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Erdaufgang über dem Mond | Bild: Taschen Verlag

Die NASA liefert Postkarten vom Unvorstellbaren. Der Rover Curiosity schickt Selfies vom Mars. Hubble bringt den Pferdekopfnebel posterscharf.

Die National Aeronautics and Space Administration. 1958 gegründet. Behörde. Und Mythos. Berühmte und rare Fotos sind nun versammelt in einem fantastischen Prachtband: "Das NASA-Archiv". Der Journalist Piers Bizony hatte Zugang zu den Schätzen.

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Space Shuttle | Bild: Taschen Verlag

Sputnik. 1957. Russlands großer Triumph im Kalten Krieg. Eine Warnung! Wer Satelliten ins All schießt, weiß auch wie man Interkontinental-Raketen bis in die USA schickt. "Ich sage Ihnen in einem Wort, was die Reaktion der Amerikaner auf Sputnik war: Panik. Absolute Angst."  

Die erste Mondlandung

Juli 1969. Apollo 11. Armstrong, Aldrin und Collins wagen die erste Mondlandung. Eigentlich unmöglich, denn die Testflüge mit der Landefähre, genannt "das fliegende Bettgestell" waren ziemlich katastrophal verlaufen. Doch dann klappt es doch. "Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen. Ein riesiger Sprung für die Menschheit." Eine halbe Milliarde Menschen verfolgen das Ereignis im Fernsehen. Aber was sehen sie eigentlich, wenn sie das Foto von Buzz Aldrin sehen, das Foto vom Mann auf dem Mond? "Dieses Bild steht nicht nur für die Erkundung des Mondes. Es ist die neue post-menschliche Verschmelzung von uns mit unserer Technologie. Man sieht kein menschliches Wesen. Man sieht etwas, das mehr Maschine als Mensch ist."

Piers Bizony
Piers Bizony | Bild: BR

Es folgen weitere Apollo-Missionen, bis 1972. Keiner sendet mehr. Die Amerikaner drehen ein paar Runden im Auto. Dann noch ein paar Runden. Sie wissen mit dem Mond nicht viel anzufangen. "Es gab die Einstellung: Warum sollten wir immer wieder zum Mond zurück? Wir haben die Russen besiegt. Eines der Probleme für die NASA war, dass das Vorspiel wie sie zum Mond kommen, sehr aufregend war. Als sie dann auf dem Mond waren, hatte die allgemeine Öffentlichkeit keine Vorstellung, was die NASA danach machen könnte."

Challenger-Unglück

Januar 1986. Nur 73 Sekunden nach dem Start zerbricht die Challenger in rund 15 Kilometern Höhe. Alle sieben Astronauten sterben. Es ist die bis zu diesem Zeitpunkt größte Katastrophe der bemannten Raumfahrt. "Die Zukunft gehört nicht den Kleinmütigen, sie gehört den Mutigen", kommentiert Ronald Reagan den Challenger-Absturz. 2003 sterben wieder sieben Astronauten bei der Rückkehr der Columbia.

NASA liefert Fotos vom Weltraum

Und heute? Liefert die NASA Fotos, ohne Menschenleben zu riskieren. Berühmt das Bild vom Stern Zeta Ophiuchi – gesehen vom Teleskop. Hubbles Hit: Die Säulen der Schöpfung im Adlernebel. 7000 Lichtjahre entfernt. Oder das Bild von Oumuamua, der erste Asteroid, der von einem anderen Sonnensystem in das unsere flog.

"Die NASA-Mitarbeiter wollen keine Umwelt-Hippies sein", sagt Bizony. "Aber sie wollen auch nicht darüber lügen, was sie finden. Die Astronauten kommen nach Hause und sie berichten immer wieder das gleiche: Man sieht, was die Menschen der Erde antun – und das ist nicht gut."

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NASA - die Säulen der Schöpfung | Bild: Taschen Verlag

Die NASA früher: Behörde für Größenwahn. Heute: eine Bilderfabrik. Und manchmal sind da: Träumer. Immer noch.

Das NASA-Archiv: 60 Jahre im All
Das NASA-Archiv: 60 Jahre im All | Bild: TASCHEN

Buch-Tipp: Piers Bizony / Andrew Chaikin / Roger Launius: "Das NASA-Archiv. 60 Jahre im All", Taschen Verlag

Film-Tipp: "NASA – Träume der Menschheit”, Blu-ray / aberle-media GmbH 

Autor: Andreas Krieger

Stand: 31.03.2019 18:10 Uhr

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Bayerischer Rundfunk
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