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So entstehen Wellen

Mond am Nachthimmel
Auch der Mond ist ein Wellenmacher. | Bild: WDR

Wellen bilden sich nicht immer und überall. Wellen sind Energie, die weitergeleitet wird. Diese Energie stammt in der Regel vom Wind, der über den Ozean streicht. Herrschen mitten auf der Wasserfläche starke Winde, geraten die Wasserteilchen in Bewegung. Diese Bewegung pflanzt sich – auch ohne weiteren Einfluss des Windes – immer weiter fort. Als sogenannter Swell reisen die Wellen nicht selten über Tage und über viele Hundert Kilometer von ihrem Entstehungsort bis an eine Küste, auf die sie schließlich treffen. Die europäische Wetter und Wellenküche befindet sich oft mitten im Nordatlantik.

 Gezeiten halten die Meere in Bewegung

Wassermoleküle bewegen sich in Kreisbahnen.
Wasserteilchen stoßen sich gegenseitig an und bewegen sich in Kreisbahnen – nicht nur an der Wasseroberfläche, sondern auch in tieferen Wasserschichten. | Bild: WDR

Auch der Mond spielt bei der Wellenbildung eine Rolle. Wie ein großer Magnet zieht der Erdtrabant die Wassermassen der Meere an. Die Sonne hat ebenso Einfluss auf die Gezeiten oder Tide. Normalerweise kommt es innerhalb von 25 Stunden zweimal zu Hochwasser (Flut). Bei einer besonderen Konstellation von Sonne und Erde entstehen aber Sprintiden, die besonders in Meerengen und Flussmündungen Gezeitenwellen verursachen können. Surfer nutzen diese Gezeitenwellen besonders spektakulär in Flüssen, deren Wasser bei einer Springtide kilometerweit zurück ins Landesinnere gedrückt wird.

In der Wellenwaschmaschine

Innerhalb einer Welle im Ozean bewegen sich Wassermoleküle auf einer Kreisbahn. Diese Wasserkreisel befinden sich sowohl an der Wasseroberfläche als auch in einigen Metern Wassertiefe. Auch Taucher kennen das Phänomen: Ab circa fünf Metern wird das Wasser ruhig. Die Wellenberge auf dem Ozean sind der oberste Auslenkungs-Punkt einer Amplitude. Die Wasserteilchen stoßen immer wieder andere Wassermoleküle an und bringen diese in Bewegung. So setzt sich eine Wasserwelle im Ozean immer weiter fort. Wasserwellen sind keine idealen Labor-Wellen.

Zu viele äußere Einflüsse behindern die Wellen immer wieder und machen sie zu einem recht individuellen Naturprodukt. Sie sind ein Mix aus grundverschiedenen Wellenarten, den "Longitudinalwellen" und den "Transversalwellen". Die stärkste Bremse für die Wellen ist der Strand.

Wenn die Welle bricht

Surfer in der Brandung
Das A und O beim Surfen: eine verlässliche Brandung. | Bild: WDR

Für die Brandung entscheidend ist der Meeresboden. Steigt er flach oder steil an? Für die Bildung von Brandungswellen ist dies der entscheidende Faktor. Der Meeresboden bremst die Wasserteilchen auf den Kreisbahnen. Die oberen Teilchen werden immer höher hinauf gedrückt. Das ist für Surfer der interessante Moment: Die Welle bricht in der Brandung. Wie ein Reisverschluss öffnet sich das Wasser, das vorher durch die Oberflächenspannung die Wassermoleküle zusammengehalten hat. Jetzt klatscht die Naturgewalt mit Macht auf den Strand.

Autor: Carsten Linder (WDR)

Stand: 21.08.2020 19:54 Uhr

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Sa., 29.09.18 | 16:00 Uhr
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Bayerischer Rundfunk
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