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Kampf gegen die Python-Plage in den Everglades

PlayDustin Crum und sein Assistent Zag haben eine Schlange gefangen
Kampf gegen die Python-Plage in den Everglades  | Video verfügbar bis 01.12.2023 | Bild: NDR

Ein gewaltiges tropisches Marschland im Süden Floridas: die Everglades. Urzeit-Sumpf und Prärie wechseln sich ab, Flüsse mäandern bis zum Golf von Mexiko. Es wimmelt von Alligatoren, Schildkröten, Fröschen, Waschbären und Opossums. Sogar der Florida-Panther schleicht hier noch durchs Dickicht. Aber die Artenvielfalt ist in höchster Gefahr. Denn die burmesische Tigerpython, einst in Massen aus einer Aufzuchtanlage entkommen, vermehrt sich rasend schnell. Denn die bis zu acht Meter lange Würgeschlange hat in den Everglades keine natürlichen Feinde und frisst fast alles, was hier lebt. So wird sie zunehmend zur Gefahr für das Ökosystem.

Gefährliche Jagd auf Würgeschlangen

Dustin Crum, behängt mit Alligator-Zähnen
Dustin Crum ist der erfolgreichste "snake catcher" in den Everglades.  | Bild: NDR

Ein Dutzend Freiwilliger jagt in den Sümpfen die eingewanderte Würgeschlange. "Wildman" Dustin Crum ist der König der Schlangenjagd. Er hat in zwei Jahren schon an die 200 Pythons erlegt. Sein Erfolgsgeheimnis: Er arbeitet anders als die anderen: barfuß und mit Federschmuck. Wenn sein Beagle Riley eine Tigerpython aufstöbert, fängt Dusty sie mit bloßen Händen und wildem Geheul. Doch dabei muss er äußerst vorsichtig sein. Er darf sich von der Schlange nicht in allzu tiefes Wasser locken lassen, sonst tauschen Jäger und Beute blitzschnell die Rollen. Und bei einer Python endet das meist tödlich.

Kopfgeld für Killer

Das Risiko lohnt sich für die Schlangenjäger. Die Wasserbehörde in Südflorida zahlt für jede erlegte Tiger Python eine Prämie – je länger die Schlange, desto höher das Kopfgeld. Für ein Drei-Meter-Exemplar gibt es zum Beispiel 200 Dollar. Und Dusty verdient sich noch etwas hinzu: Aus der Haut der erlegten Pythons lässt er Taschen, Portemonnaies und allerlei andere Accessoires fertigen. Die verkauft er nicht nur an Touristen. Am beliebtesten bei den Einheimischen sind Dustys Pistolengriffe aus Schlangenleder.

Alligator gegen Python – Es kann nur einen geben

Ein Alligator nimmt ein Sonnenbad
Selbst Alligatoren, die Symboltiere der Everglades, sind von den Tigerpythons bedroht.  | Bild: NDR

Die burmesischen Tiger-Pythons waren in den 1990er-Jahren als Haustiere beliebt. In Miami gab es deshalb eine große Zucht für die Exoten. Doch 1992 zerstörte Hurricane Andrew die Schlangenfarm. Rund 1.000 Tiere entwischten damals in die Sümpfe und fressen seitdem alles, was ihnen vors Maul gerät. Frösche, Waschbären, Rehe, ja sogar vor dem größten Raubtier der Everglades machen sie nicht Halt. In den Därmen erlegter Pythons findet Dusty immer wieder auch Reste kleinerer Alligatoren. Und einem Tierfilmer gelang es sogar, den Kampf zwischen einem fast ausgewachsenen Alligator und einer Python zu drehen. Die Schlange blieb Sieger. Das Ökosystem droht ernsthaft aus dem Gleichgewicht zu geraten, denn nach Schätzungen sollen inzwischen bis zu 30.000 Tigerphytons in den Sümpfen leben.

Autor: Steffen Schneider (NDR)

Stand: 01.12.2018 13:41 Uhr

Sendetermin

Sa., 01.12.18 | 16:00 Uhr
Das Erste

Produktion

Bayerischer Rundfunk
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