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Wunderwerk Baum

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Wunderwerk Baum | Video verfügbar bis 13.08.2021 | Bild: SWR

Ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Wälder bilden unsere grünen Lungen. Besonders wichtig sind sie für nahe gelegene Städte, weil sie das Klima vor Ort entscheidend prägen. Rund 90 Baumarten kommen in Deutschland vor. Am häufigsten sind Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. In regionalen Mischwäldern findet man meist um die 25 verschiedenen Baumarten. Doch neben Fichte, Buche, Kiefer, Eiche und Co gibt es hierzulande auch etliche Exoten – etwa den nordamerikanischen Mammutbaum.

Riesen und Winzlinge

Mammutbäume gehören zu den größten Bäumen überhaupt. Sie können Jahrtausende alt, tausende Tonnen schwer und  ausgewachsen über 100 Meter hoch werden. Reiche, baumbegeisterte Adelige ließen die Redwoods oder Sequoias aus dem Westen der USA Mitte des 19. Jahrhunderts auch hierzulande in Forsten und Landschaftsparks anpflanzen.

Die Bonsai-Ulme hat nur millimetergroße Blätter.
Die Bonsai-Ulme hat nur millimetergroße Blätter. | Bild: HR

Doch neben Riesen gibt es auch Winzlinge. Als kleinsten Baum der Welt beschrieb der Naturforscher Carl von Linné die Krautweide. Sie ähnelt aber eher einem Steingewächs. Die wahrscheinlich kleinsten Laubbäume der Welt sind chinesische Bonsai-Ulmen. Sie haben nur millimetergroße Blätter.

Klimaanlagen für die Stadt

Bäume können Wasser aus dem Boden in über 100 Meter Höhe transportieren – eine physikalische Höchstleistung. Den größten Teil davon verdunsten sie über ihre Blätter wieder. 70 Prozent allen Wassers, das in Europa verdunstet, stammt aus Blättern.

Wald als natürliche Klimaanlage
Wald als natürliche Klimaanlage | Bild: HR

Lebenswichtig für ein gesundes Klima, denn der stadtnahe Wald funktioniert für seine direkte Umgebung wie eine natürliche Klimaanlage. Städte heizen sich auf, sind im Sommer oft um viele Grad heißer als der benachbarte Wald. Die heiße, staubige Luft aus der Stadt wird im nahen Wald gekühlt, gefiltert, befeuchtet und bodennah zurückgeführt.

Baum-Power für saubere Luft und kühles Klima

 Luftbefeuchtung durch Verdunstung
Luftbefeuchtung durch Verdunstung | Bild: HR

Im Frühjahr, wenn die Laubbäume aus dem Winterschlaf erwachen, drehen die natürlichen Klimaanlagen ihre Leistung richtig hoch. Vor allem sorgen sie für frische, saubere Luft. Eine 150 jährige Buche zum Beispiel hat etwa 800.000 Blätter. Mit denen nimmt sie pro Tag bis zu 24 Kilogramm CO2 auf, so viel wie ein Kleinwagen im Durchschnitt auf 150 Kilometer in die Luft pustet. Außerdem filtert sie Schadstoffe aus der Luft: Bakterien, Pilzsporen und Staub. Sie produziert täglich rund 11.000 Liter Sauerstoff, das entspricht in etwa dem Tagesbedarf von 26 Menschen. Über ihre Blätter verdunstet sie täglich bis zu 500 Liter Wasser – das ist der Inhalt von etwa vier Badewannen.

Chlorophyll-Einlagerung färbt im Herbst die Blätter bunt

Am Ende des Sommers fahren die Laubbäume ihren Stoffwechsel herunter. Das für die Photosynthese wichtige Blattgrün, das Chlorophyll, will der Baum vor dem nahenden Frost retten und zieht es ins Innere. Die verbleibenden Farbstoffe färben die Blätter bunt. Im Winter stellen Laubbäume ihren Betrieb ein. Sauerstoff produzieren dann nur noch die Nadelbäume. Bis im Frühjahr der Kreislauf von Neuem beginnt.

Stand: 12.07.2019 12:37 Uhr

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