SENDETERMIN Sa, 07.02.15 | 16:00 Uhr | Das Erste

Blut - Was ist das überhaupt?

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Blut - Was ist das überhaupt? | Video verfügbar bis 07.02.2020 | Bild: SWR
Rote Blutkörperchen
Rote Blutkörperchen sammeln das Kohlendioxid ein. | Bild: SWR

Etwa fünf Liter Blut fließen durch unsere Adern. Eine der vielen Aufgaben des Bluts ist der Transport. Direkt aus dem Herzen strömt es immerhin mit sechs Metern pro Sekunde. Damit es auch jede noch so kleine Zelle erreichen kann, durchziehen 100.000 Kilometer Gefäße unseren Körper.

Blut als Transportmittel für den Gasaustausch.
Blut als Transportmittel für den Gasaustausch. | Bild: SWR

Der wichtigste Transporter ist dabei das rote Blutkörperchen. Es sammelt das Kohlendioxid ein, das die Zellen ausatmen und bringt es zur Lunge. Dort tauscht das rote Blutkörperchen das Gas an den Lungenbläschen gegen Sauerstoff aus. Ohne den Abtransport des Kohlendioxids würden sich die Zellen nach kurzer Zeit mit dem Kohlendioxid vergiften. Den gewonnenen Sauerstoff kann jede Zelle gut gebrauchen. Besonders beliebt ist er aber bei den tüchtigen Nervenzellen im Gehirn.

Lieferdienst für Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente

Darmzotte
In den Darmzotten gehen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente in das Blut über. | Bild: SWR

Blut transportiert aber nicht nur Sauerstoff und Kohlendioxid, sondern auch Zucker, Fett, Vitamine und Spurenelemente. Diese Stoffe werden in den gut durchbluteten Darmzotten aus dem Darm aufgenommen und müssen wie der Sauerstoff im gesamten Körper verteilt werden. Darum kümmert sich jedoch nicht das rote Blutkörperchen, denn die Stoffe schwimmen einfach frei im Blutplasma mit. Außerdem verteilt das Blut Hormone wie zum Beispiel Insulin. Dieser Stoff wird in der Bauchspeicheldrüse hergestellt und mit speziellen Transportmolekülen zu den Muskelzellen gebracht. Sie können dann durch das Insulin mehr Zucker aufnehmen.

Doch das Transportsystem wird nicht nur genutzt, um Zellen mit lebenswichtigen Stoffen zu versorgen, sondern auch um Schädliches abzutransportieren. So wie Harnstoff. Er zählt zu den Stoffwechselendprodukten und wird von den Zellen einfach ins Blut gegeben. Dort schwimmt er bis zur Niere mit und wird dann herausgefiltert und zur Blase weitergeleitet.

Blut als Polizei

Weiße Blukörperchen
Weiße Blutkörperchen bekämpfen Eindringlinge. | Bild: SWR

Blut ist ein echter Allrounder: Es ist nicht nur für den Abtransport und die Lieferung bestimmter Stoffe zuständig, sondern arbeitet auch als Polizei. Die weißen Blutkörperchen, sogenannte Leukozyten, können körperfremde Stoffe wie Bakterien, Pilze oder Krebszellen erkennen. Einige von ihnen eliminieren sie direkt. Andere weiße Blutzellen markieren die Eindringlinge zuerst mit Antikörpern, sodass sie dann von weiteren Abwehrzellen unschädlich gemacht werden können.

Neben den weißen und roten Blutkörperchen gibt es noch einen weiteren Zelltyp: Thrombozyten. Ihr Spezialgebiet ist die Wundheilung. Bei einer Verletzung haken sie sich zusammen und verschließen die Wunde. Doch das ist noch nicht alles: Zusätzlich schütten sie gerinnungsfördernde Substanzen aus, die dafür sorgen, dass die Blutung schneller stoppt.

Autoren: Frank Wittig, Elena Schad

Stand: 05.02.2015 17:35 Uhr