SENDETERMIN Mi., 01.03.17 | 04:00 Uhr | Das Erste

Warum bebt die Erde in bestimmten Regionen?

PlayErdplatten
Warum bebt die Erde in bestimmten Regionen? | Video verfügbar bis 25.02.2022 | Bild: WDR

Dass es immer wieder in bestimmten Regionen auf der Welt zu Erdbeben oder zu Vulkanausbrüchen kommt, liegt daran, dass die Erdkruste in einzelne Platten aufgeteilt ist. Diese sind ständig in Bewegung und an ihren Plattengrenzen kommt es immer wieder zu heftigen Naturereignissen.

Die tektonischen Platten schwimmen auf einem Untergrund aus zähflüssigem Magma. Die Magma selbst ist Teil einer gigantischen Strömung zwischen dem heißen Erdkern und der Oberfläche. Diese Konvektionsströmungen sind ein Motor mit einer Umlaufzeit von 240 Millionen Jahren. Das genügt jedoch, die Platten der Erdkruste immer wieder in Bewegung zu versetzen.

Island – Platten treiben auseinander

An den Plattengrenzen können unterschiedliche Dinge passieren. Treiben die Platten etwa auseinander, strömt Magma nach, erkaltet und formt so eine neue Erdkruste. Dies geschieht zum Beispiel mitten im Atlantik. Hier, wo die Erde noch jung ist, stoßen Vulkane durch die noch dünne Plattendecke und formen so neues Land. So entstand auch Island, eine der größten Vulkaninseln der Welt. Hier entfernen sich die Erdplatten bis zu fünf Zentimeter pro Jahr. Die Amerikanische Platte und die Eurasische Platte treiben auseinander.

Himalaya-Gebirge – ständig in Bewegung

Himalaya-Gebirge von oben
Die gestauchte Eurasische Platte bildet das Himalaya-Gebirge. | Bild: WDR

Die Eurasische Platte ist eine der größten Platten der Erde. Sie treibt nach Osten und kollidiert mit der Indischen Platte. Diese schiebt sich dabei unter die Eurasische Platte. Die wiederum wird gestaucht und wirft quasi riesige Falten, die wir als das Himalaya-Gebirge kennen. Dieses Gebirge ist ständig in Bewegung, die Berge sinken und wachsen. Dies geschieht jedoch nicht ohne Folgen: starke Erdbeben entstehen, wie 2015 in Nepal. Ein Beben der Stärke 7,8 auf der Momenten-Magnitudenskala sorgte für zerstörte Städte und Tausende Tote.

Japanische Platte – gespannt wie ein Bogen

Vor der Ostküste Japans versinkt die dünne Japanische Platte unter die Pazifische. Beide Platten sind recht dünn, sodass die Pazifische Platte die Japanische wie einen Bogen spannt. Es bildet sich an dieser Stelle eine Tiefseerinne. Entlädt sich die Spannung plötzlich wird nicht nur der Meeresboden in Schwingung versetzt, sondern auch die Wassermassen darüber. Eine gigantische Flutwelle entsteht, ein Tsunami. Wie etwa 2011, als ein Tsunami nicht nur die Ostküste Japans verwüstete, auch das Kernkraftwerk in der Region Fukushima explodierte durch die Folgen der Riesenwelle.

Westküste USA und Mexiko: Wann kommt "The Big One"?

Erdkrustenplatten der USA und Mittelamerika
Sieben große und mehrere kleine Erdkrustenplatten formen unseren Planeten. | Bild: WDR

Ganz anders verhalten sich die Pazifische und die Nordamerikanische Platte östlich von Los Angeles. Hier reiben die Platten horizontal aneinander vorbei und bilden so den St.-Andreas-Graben. Die Platten sind ineinander verkeilt. Die Erde bleibt solange ruhig, wie das Gestein die ungeheuren Kräfte halten kann. Die aufgestaute Energie bedroht die gesamte Westküste der USA und Teile Mexikos. Wann "The Big One" kommt, ist jedoch ungewiss.

Autor: Sebastian Funk (WDR)

Stand: 14.07.2019 01:08 Uhr

Sendetermin

Mi., 01.03.17 | 04:00 Uhr
Das Erste

Produktion

Bayerischer Rundfunk
für
DasErste