SENDETERMIN Sa., 10.06.17 | 16:00 Uhr | Das Erste

Die Geschichte des Fahrrads

Männer auf Laufrädern in einem Park
Die Draisine – das erste "Fahrrad" | Bild: SWR

200 Jahre ist es her, seit Karl von Drais im Juni 1817 erstmals durch den Mannheimer Schlosspark radelte - oder besser gesagt: er ging. Denn das erste Fahrrad war ein Laufrad. Die Draisine sorgte bei seinen Zeitgenossen vor allem für Kopfschütteln. Nur bei adligen Herrschaften fand die Laufmaschine Anklang und Anhänger. Bald gab es die ersten Fahrschulen. Die Draisine gilt als Urknall der pferdelosen Fortbewegung. Das Tier braucht Hafer und Heu, die Draisine nur Muskelkraft. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es Missernten und Hungersnöte  –  wohl mit ein Auslöser für die bahnbrechende Erfindung des Fahrrads.

Vom Laufrad zum Hochrad

Hochrad vor einer Fotowand
Das Hochrad, ein berüchtigter "Knochenbrecher". | Bild: SWR

Das Fahrrad wie wir es heute kennen kam erst 50 Jahre später auf den Markt. Der Franzose Pierre Michaux entwickelte zur Pariser Weltausstellung das Velociped – ausgestattet mit Vorderrad-Gabel und Tretkurbel. Allerdings war das Velociped schwer, schwerfällig und langsam. Tüftler vergrößerten nach und nach das Vorderrad und machten so die Konstruktion schneller. Das Hochrad war geboren - teuer, elegant und mitunter lebensgefährlich. Insbesondere das Absteigen erforderte Geschicklichkeit und Erfahrung.

Transportmittel auf zwei Rädern für alle

Frau auf einem Fahrrad
Das Fahrrad als Vehikel der Emanzipation. | Bild: SWR

In den folgenden Jahren wurde weiter getüftelt – Eisräder wurden entwickelt, ein Riesen-Einrad oder sogar ein Amphibien-Zweirad. Den Durchbruch als Transportmittel für alle gelang dem Drahtesel dann um 1900. Luftgefüllte Reifen und industrielle Produktion machten das Fahrrad komfortabler und auch für Arbeiter erschwinglich. Um dieselbe Zeit haben auch die Frauen den Reiz der Mobilität entdeckt. Und sich und das Fahrrad – trotz anfänglicher männlicher Proteste – emanzipiert.

Fahrrad im ständigen Wandel: Vom Bonanzarad zum E-Bike

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Fahrrad bald als „Verlierergefährt“. Wer es sich leisten konnte fuhr Automobil. Erst in den 1970er-Jahren wurde es wieder populär. Als Sportgerät, modisches Accessoire, umweltfreundliches Transportmittel,  Bonanzarad, Hollandrad, Rennmaschine, Mountainbike, Liegerad, E-Bike, Velomobil … die Geschichte des Fahrrads ist noch längst nicht auserzählt. Die Wandlungsfähigkeit scheint unerschöpflich.

Autor: Andreas Kegel (SWR)

Stand: 08.06.2017 22:05 Uhr

Sendetermin

Sa., 10.06.17 | 16:00 Uhr
Das Erste

Produktion

Bayerischer Rundfunk
für
DasErste