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Fünf Mythen über Haare

PlayFrau mit roten Haaren
Fünf Mythen über Haare | Video verfügbar bis 29.10.2020 | Bild: SWR

Hundert Bürstenstriche am Tag? Besser nicht! Rund um Frisuren, Haarpflege & Co. kursieren viele althergebrachten Tricks und Tipps. Die meisten sind fest in unseren Köpfen verankert. Aber was stimmt wirklich? Fünf Mythen über Haare:

Verhindern straffe Zöpfe, dass Haare ausfallen?

Mann mit Rastazöpfen.
Wer über lange Zeit Rastazöpfe trägt, kann vor allem im Stirnbereich Haare verlieren. | Bild: WDR

Im Gegenteil: Zu straff geflochtene Haare können sogar zu Haarverlust führen. So zum Beispiel der über Jahre getragene feste Dutt oder auch Rasta-Frisuren. Durch den mechanischen Zug werden nämlich die Haarwurzeln geschädigt. Manchmal so sehr, dass die Haarfollikel ihre Arbeit für immer einstellen. Vor allem im Stirnbereich können dann Haare ausfallen. Bei lockeren Frisuren oder offenem Haar besteht diese Gefahr nicht.

Am besten Bürsten mit Naturborsten?

Frau schaut auf eine Bürste, in der ein Wildschwein steckt.
Am besten Bürsten aus Naturborsten nehmen - wissenschaftlich belegt ist das nicht.  | Bild: WDR

Immer wieder hört man diesen Tipp: Nur Bürsten mit Naturborsten verwenden. Doch dafür gibt es gar keinen wissenschaftlichen Beweis. Hautärzten nach, sei es egal, womit man seine Haare kämmt oder bürstet. Wichtig ist nur, dass man nicht zu sehr an ihnen zieht. Und was ist mit der alten Weisheit, dass Haare mit 100 Bürstenstrichen am Tag gepflegt werden sollten? Längst überholt! Früher – als Haare nur sehr selten gewaschen wurden – war das Bürsten eine wichtige Pflegemaßnahme. Es entfernte Parasiten, Staub und Schmutz und verteilte das Fett, sodass das Haar glänzte. Heute ist das nicht mehr nötig, Shampoos sorgen viel besser für sauberes Haar.

Färben strapaziert die Haare?

Frau drückt aus einer großer Tube mit "Pflege" einige Tropfen auf ihr Haar.
Auch Pflegespülung gibt gefärbtem Haar seinen Glanz nicht zurück.  | Bild: WDR

Beim Färben werden die Haare strapaziert. Ein Mittel, meist Ammoniak, lässt das Haar zunächst aufquellen. Die Schuppenschicht öffnet sich und lässt Wasserstoffperoxid eindringen, das im Inneren die natürlichen Farbpigmente zerstört und das Haar bleicht. Im nächsten Schritt reagiert Wasserstoffperoxid mit dem chemischen Färbemittel. Die Farbpartikel vergrößern sich und sind nun fest im Haar verankert. Die Farbe kann nicht mehr ausgewaschen werden. Aber das Haar bleibt nach der Prozedur aufgeraut. Es wirkt stumpf und glanzlos. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Färbemittel auf der Kopfhaut Allergien auslösen.

Durch häufiges Schneiden werden Haare dichter?

Kopf eines Mannes, auf dem ein Miniaturmann mir Rasenmäher die Haare abmäht.
Schneiden oder Rasieren macht Haarwuchs nicht dichter. | Bild: WDR

Nein! Nach dem Schneiden wirken die Haare zwar zunächst dichter, aber nur, weil die dünnen Spitzen ab sind und die Haare nun an einer dickeren Stelle enden. Auch Rasieren der Kopfhaare soll das Haarwachstum anregen, weil es die Durchblutung fördere. Aber auch das stimmt nicht. Egal, ob Kopf- oder Barthaare - sie werden durch Schneiden oder Rasieren weder dicker noch vermehren sie sich.

Werden Raucher früher grau?

Zwei Gruppen von Menschen, links alle mit Zigarette im Mund und der Beschriftung  26% und rechts ohne Zigarette und der Schrift 11 %.
Früh ergraut: Raucher und Nichtraucher im Vergleich. | Bild: WDR

Tatsächlich deuten verschiedene Untersuchungsergebnisse daraufhin, dass Raucher im Durchschnitt früher graue Haare bekommen als Nichtraucher. Warum das so ist, weiß man aber nicht genau. Wissenschaftler vermuten, dass Rauchen die Zellen in den Haarwurzeln schädigt, die für die Bildung des natürlichen Farbstoffs verantwortlich sind. Ihre Aktivität lässt im Alter nach und dann lagert sich nur noch Luft ein. Die Haare erscheinen weiß. Gemischt mit den noch farbigen wirken die Haare dann insgesamt grau. Rauchen könnte diesen Prozess beschleunigen. Laut einer britischen Untersuchung waren 26 Prozent der Raucher, aber nur 11 Prozent der Nichtraucher vor ihrem 50. Lebensjahr grau.

Autorin: Eva Schultes (WDR)

Stand: 31.10.2015 12:11 Uhr

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