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Insekten für die Welternährung

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Insekten für die Welternährung | Video verfügbar bis 07.01.2022 | Bild: ARD

Wie kann man die stetig wachsende Weltbevölkerung in Zukunft satt kriegen? Forscher sind der Meinung: Insekten könnten die Lösung sein. Sie sehen sie als die alternative Proteinquelle in unserer Ernährung. Insekten stehen in vielen Kulturkreisen seit jeher auf dem Speisezettel. In Lateinamerika, Afrika und besonders in Asien sind sie beliebte Snacks. Weltweit gibt es rund 2.000 Arten, die als essbar gelten, und etwa zwei Milliarden Menschen essen die Krabbeltiere zumindest gelegentlich. Doch als weltweites Grundnahrungsmittel sind sie noch lange nicht etabliert.

Lässt sich ihr Proteingehalt steigern?

Grillenkekse braten in Fett
Grillen, die als solche zu erkennen sind, sind schwer verkäuflich. Grillenkekse sind eine Alternative. | Bild: WDR/Nunifilm

Wissenschaftler erforschen jetzt Insekten als Nahrungsmittel. Die offenen Fragen dabei: Welche Inhaltsstoffe haben unterschiedliche Insektenarten? Lässt sich mit einem bestimmten Futter ihr Proteingehalt steigern? Wie vermehren sie sich am besten, und was sind die optimalen Haltungsbedingungen? In der kenianischen Hauptstadt Nairobi gehen an der weltweit einzigen Forschungseinrichtung, dem icipe (International Centre of Insect Physiology and Ecology), die sich ausschließlich mit Insekten beschäftigt Wissenschaftlern diesen Fragen auf den Grund.

Gebratene Grillen

Grillenzuchtkiste
Insektenzucht im kleinen Maßstab | Bild: WDR/Nunifilm

Ein weiteres Problem bei der Einführung von Insekten als Nahrungsmittel ist, dass immer noch viele Menschen bei dem Gedanken daran, Heuschrecken, Grillen oder Maden zu essen, Ekel empfinden. Nicht nur Europäer sondern auch moderne Kenianer finden Insekten erstmal unappetitlich. Gebratene Grillen, die als solche zu erkennen sind, sind daher schwer verkäuflich. Anders sieht es aus, wenn sie zu Pulver gemahlen und dann als Nahrungsmittelzusatz verwendet werden.

Als Futtermittel – statt Fischmehl

Großes Potenzial haben Insekten auch als Futtermittel. Das besteht in der Geflügel- und Schweinemast derzeit hauptsächlich aus Fischmehl. Weil Fisch immer knapper und damit teurer wird, wird dringend eine Alternative gebraucht. In Kenia laufen deshalb erste Versuche, in denen Tierhalter lernen, Insekten zu züchten und zu Futter zu verarbeiten.

Ob als Tierfutter oder menschliche Nahrung: Die Insekten einzufangen ist mühsam. Damit sie bei Bedarf zuverlässig und schnell in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, müssen sie gezüchtet werden. Dazu braucht es nicht viel: Eine Kiste mit Luftlöchern, Eierkartons als Versteck und feuchte Baumwolle zur Eiablage. Als Futter gibt es Küchenabfälle. Zwei Kilo reichen um ein Kilo Fleisch zu produzieren. Kühe benötigen das Fünffache. Bei der Futterverwertung sind Insekten äußerst effizient.

Autorin: Katharina Nickoleit (WDR)

Stand: 05.01.2017 20:47 Uhr

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