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Insekten: Was man im heimischen Garten tun kann

PlayBiene bestäubt eine Blüte
Insekten: Was man im heimischen Garten tun kann | Video verfügbar bis 06.10.2023 | Bild: NDR

In Deutschland werden stetig neue Flächen für Arbeit, Wohnen und Mobilität belegt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche von 1992 bis 2015 von circa 40.000 auf fast 50.000 Quadratkilometer ausgedehnt. Ein Anstieg von 21,7 Prozent. Kein gutes Klima für die Insekten. Allein der Bestand von Fluginsekten in Deutschland hat sich in den letzten 27 Jahren um mehr als 75 Prozent verringert. Etwa 80 Prozent der wildwachsenden Pflanzen in Deutschland werden von Insekten bestäubt, 60 Prozent aller Vogelarten ernähren sich von den Insekten. Auch für den Menschen ist das Insektensterben dramatisch. Der Großteil unserer Nahrungsmittel ist von Insekten abhängig. Denn: keine Bestäubung, keine Früchte.

Was man im heimischen Garten tun kann

Zitronenfalter an einer Blüte
Der Zitronenfalter ernährt sich vor allem vom Nektar der Wildblumen. | Bild: SWR

In einem insektenfreundlichen Garten fühlt sich nicht nur die Vielzahl der Insekten wohl, er macht auch weniger Arbeit. Denn am wohlsten fühlen sich die Sechsfüßler im wild wachsenden Garten. Dieser bietet den Insekten ein reiches Angebot an Pflanzen und Blüten zum Bestäuben. Wer es etwas ordentlicher haben möchte, sollte darauf achten, möglichst einheimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten anzubauen. Der Trend geht zwar immer mehr zur Anpflanzung gefüllter Blüten im Garten, den Insekten bieten diese jedoch nichts an. Bei den dicht gefüllten Blüten sind die pollen- und nektarspendenden Bestandteile der Blüte in Blütenblätter umgewandelt, die Insekten finden hier keine Nahrung.

Wenn man nicht auf die gefüllten Blüten verzichten möchte, kann man den Insekten auch eine "wilde Ecke" im Garten überlassen, um ihnen Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Auch sollte man darauf achten, dass die Pflanzen im eigenen Garten zu verschiedenen Jahreszeiten blühen, sodass den Insekten ausreichend Nektar zur Verfügung steht und das Angebot nicht nur auf wenige Wochen begrenzt ist.

Grundsätzlich vermeiden sollte man jegliche chemische Behandlung des eigenen Gartens. Die meisten Pestizide schaden nicht nur den Insekten, sondern auch den Menschen. Auch ein akkurat gepflegter Rasen bietet den Insekten keine Nahrungsmöglichkeiten. Hier gilt ebenfalls: je wilder, desto insektenfreundlicher.

Insektenhotels und Topfpflanzen

Großes Insektenhotel mit einer Infotafel über Wildbienen
Großes Insektenhotel, in dem Wildbienen ihre Eier ablegen und überwintern können. | Bild: SWR

Auch wer keinen eigenen Garten hat, kann etwas für die Insekten tun. Kleine Insektenhotels passen auf jeden Balkon und können sogar an die Hauswand gehängt werden. Die Insektenhotels bieten vor allem Wildbienen die Möglichkeit ihre Eier abzulegen, und werden von ihnen auch als Ort zum überwintern genutzt. Besonders Schilfhalme sind für die Nisthilfen sehr gut geeignet und werden von den meisten Wildbienen Arten gut angenommen.

Auch Topfpflanzen stellen ein Nahrungsangebot für Insekten dar, sofern man darauf achtet, solche auszusuchen die von Bienen und anderen Kleintieren gut angenommen werden. Auch Kräuter wie Thymian oder Zitronenmelisse werden von den Insekten gerne angeflogen.

Autorin: Anna Pflüger (SWR)

Stand: 28.08.2019 10:46 Uhr

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Bayerischer Rundfunk
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