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Die Geschichte des Roboters: geplatzter Träume und echte Fortschritte

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Die Geschichte des Roboters | Video verfügbar bis 25.02.2021 | Bild: BR

Der Traum vom humanoiden Roboter, der fast alle menschlichen Eigenschaften teilt und dem Menschen sowohl Nutzen als auch Gesellschaft bietet, ist schon sehr alt. Die Geschichte führt über skurrile Maschinen, große Pionierleistungen – aber auch immer wieder über Enttäuschungen.

Von der Roboter-Ente bis zum Humanoiden

Kastenförmige Roboter-Konstruktion
Shakey – der erste Roboter mit selbstständiger Navigation. | Bild: WDR

Die Hoffnung in Zusammenhang mit der Robotik war immer, das Leben mechanisch zu simulieren. Schon Anfang des 18. Jahrhunderts schuf der französische Ingenieur Jacques de Vaucanson eine Roboter-Ente, die mit den Flügeln schlagen, schnattern, Wasser trinken und nach Körnern picken konnte. Von diesen Anfängen bis zum humanoiden Roboter, der sich selbst navigiert, läuft und eigenständig Befehle ausführt, war es ein weiter Weg.

Vor allem die selbständige Navigation, für einen Menschen mit Augen und Gleichgewichtssinn schon mit etwa einem Lebensjahr möglich, war lange ein unlösbares Problem. Der erste mobile Roboter, der seine eigenen Aktionen planen konnte und durch Bildverarbeitung sogar zu selbständiger Navigation fähig war, trug den Namen "Shakey". Vier Jahre arbeiteten die Techniker an der Universität Stanford in Kalifornien daran. Weitere Modelle sollten in den nächsten Jahren folgen. 

Lange unerreicht: der menschliche Gang

Technische Studie zum gehenden Roboter.
"Runbot" – eine Entwicklung aus Göttingen. | Bild: WDR

Auch "Shakey" konnte aber eines nicht: laufen. Den menschlichen Gang zu imitieren, blieb unerreicht, bis "Asimo" – aus den Forschungslabors der Firma Honda – im Jahr 2000 die Bildfläche betrat. Bereits 1986 hatten die japanischen Entwickler das Programm begonnen. Nicht nur in Fernost – auch in Deutschland waren die Ingenieure in diesen Jahrzehnten mit dem Roboter-Gang beschäftigt. "RunBot" kommt aus dem Bernstein Center for Computional Neuroscience in Göttingen.

Er war der schnellste Roboter mit 0,8 Metern pro Sekunde – und hatte weitere Vorteile, die ihm dem menschlichen Gang näher brachten: kleine gebogene Füße, die die Schwerpunktverlagerung auch bei leichten Anhöhen erleichtern. Vor allem aber ein "neuronaler Controller", der dem menschlichen Rückenmark ähnlich war, ermöglichte es "RunBot" auch kleinere Anhöhen zu meistern.

Maschine mit menschlichem Antlitz

Roboter des japanischen Professors Ishiguro, der ihm sehr ähnlich sieht.
Professor Ishiguros Zwillingsroboter. | Bild: WDR

Hiroshi Ishiguro gibt es zwei Mal. Als Mensch und als Roboter. Mit dem Ziel gestartet, mehr über den Menschen zu erfahren – wie er etwa auf leichte Veränderungen von Mimik reagiert und wie die Beziehung zwischen Mensch und Maschine überhaupt ist – wurde Professor Ishiguro zum Pionier in der Robotik. Die Maschine als Stellvertreter für den Menschen – für den Professor selbst ist dieser Traum schon Wirklichkeit geworden.

Hiroshi Ishiguro lehrt in Japan an zwei Universitäten. Reisen muss er aber nicht. Ishiguro steuert von seinem Büro aus den Roboter, der an seiner zweiten Universität die Vorlesungen hält. Unter seinen Kollegen erregt das Protest, nicht etwa,  weil sie um die Qualität der Lehre fürchten. Es sei vielmehr ungerecht, dass Professor Ishiguro für die zweite Roboter-Vorlesung auch voll bezahlt wird.

Autorin: Katharina Adick (WDR)

Stand: 11.07.2019 06:31 Uhr

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Do., 03.03.16 | 04:10 Uhr
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