SENDETERMIN Sa., 23.10.21 | 16:00 Uhr | Das Erste

[W] wie Wissen Spezial: Was ist gut an ... Scheitern?

Resilienz-Faktoren wie soziale Unterstützung und positive Emotionen machen Menschen widerstandsfähiger in Krisen. Insgesamt zehn solcher Eigenschaften und Ressourcen haben Forscher des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz identifiziert.
Resilienz-Faktoren machen Menschen widerstandsfähiger in Krisen. Insgesamt zehn solcher Eigenschaften und Ressourcen haben Forscher des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz identifiziert. | Bild: SWR

Früher oder später scheitern wir alle mal im Leben – sei es bei einer Prüfung, in der Liebe, bei Kleinigkeiten im Alltag oder auch mal bei ganz großen Herausforderungen. Aber ist Scheitern immer nur schlecht? Oder kann daraus auch etwas Gutes entstehen?

Vom Millionär zum Angeklagten

Martin ist gescheitert – und er ist komplett selbst schuld daran. Der 31-Jährige hat im Darknet einen Online-Marktplatz betrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden auf seinem "Wallstreet Market“ vor allem Drogen in Millionenhöhe verkauft. Martin alias "TheOne" verdient dabei rund sieben Millionen Euro in Bitcoin. Doch dann platzt sein Imperium, 2019 wird er verhaftet. Jetzt drohen ihm bis zu 15 Jahre Gefängnis und er hat mehrere Hunderttausend Euro Schulden. Wir begleiten Martin zu seinem Prozess. Wie wird er den Urteilsspruch des Richters aufnehmen? Und kann es ihm gelingen, aus seinem Scheitern etwas Gutes zu machen?

Anhand eines Bonsaibaums und eines Ventilators lässt sich (laut Psychologin Isabella Helmreich) gut demonstrieren, wie unterschiedlich Menschen auf Herausforderungen reagieren.
Anhand eines Bonsaibaums und eines Ventilators lässt sich demonstrieren, wie unterschiedlich Menschen auf Herausforderungen reagieren. | Bild: SWR

Resilienz lässt sich trainieren

Wie wir mit Scheitern und persönlichen Krisen umgehen, ist uns bereits in die Wiege gelegt. Zu etwa 30 bis 50 Prozent ist unser Umgang mit Stress in unseren Genen angelegt, schätzen Forscher:innen. Alles andere wird durch das Umfeld, durch Erziehung und Erfahrungen bestimmt. Wer als Kind gelernt hat zu scheitern, kann später besser mit Rückschlägen umgehen. Und die Forschung weiß: Diese Fähigkeit zur Resilienz lässt sich das ganze Leben lang üben und weiterentwickeln. Scheitern kann uns also dabei helfen, unsere innere Stärke zu trainieren, neue Wege zu gehen und psychisch gestärkt aus Krisen hervorzugehen. Wird das auch Martin gelingen?