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Zuckerfallen - wie Hersteller Zucker im Essen verstecken

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Zucker-Fallen | Video verfügbar bis 19.03.2020 | Bild: SWR
Detektivin und Sohn im Einkaufswagen im Supermarkt, um sie herum steht in Großbuchstaben „Zucker“.
Wo versteckt sich der Zucker? | Bild: WDR

Zucker steckt in sehr vielen Lebensmitteln, nicht nur in Süßigkeiten und Keksen. Manche entpuppen sich erst beim ganz genauen Hinschauen als wahre Zuckerbomben, denn die Hersteller versuchen den Zuckergehalt zu verschleiern. Wer wissen will, wie viel Zucker wirklich drin steckt, sollte daher folgende Fallen kennen:

Falle 1: Versteckte Zucker

Detektivin schaut auf eine Müsli-Packung.
Zucker verbirgt sich hinter vielen Namen.  | Bild: WDR

Auf der Zutatenliste sind sämtliche Zutaten aufgeführt, ganz vorne das, was den größten Anteil in dem Produkt ausmacht. Doch obwohl zum Beispiel ein Müsli sehr süß schmeckt, steht Zucker nicht ganz oben auf der Liste. Der Trick: Nur Haushaltszucker, also Saccharose, muss als "Zucker" ausgewiesen werden. Die Hersteller verwenden daher noch viele weitere Süßmacher: Sirup, Malzextrakt oder andere Zuckerarten, wie Laktose, Maltose oder Dextrose. So wird der Zuckergehalt des Produkts auf viele Zutaten verteilt, und der Haushaltszucker muss so nicht an oberster Stelle erscheinen. Wie viel Zucker wirklich drin steckt, kann der Laie aber kaum noch erkennen.

Falle 2: Falsche Botschaft

Auf einer Tafel stehen verschiedene Begriffe für Zucker, zum Beispiel Maltodextrin.
Maltodextrin ist auch eine Zuckerart. | Bild: WDR

Viele möchten ihren Zuckerkonsum verringern, vor allem auch den ihrer Kinder. Doch Aufschriften wie "weniger süß" sind oft nur Werbung. Dabei handelt es sich um eine reine Geschmacksangabe. Der Hersteller eines Kakaopulvers zum Beispiel kann den Haushaltszucker durch eine weniger süße Zuckerart ersetzen, wie Maltodextrin. Das Ergebnis: der Kakao schmeckt zwar weniger süß, aber es steckt genauso viel Zucker drin, mit fast genauso vielen Kalorien.

Auch die Aufschrift "reduzierter Zuckergehalt" bedeutet nicht sofort, dass es sich um ein Produkt mit besonders wenig Zucker handelt. Gemeint ist, dass 30 Prozent weniger Zucker drin stecken als in anderen Lebensmitteln gleicher Art. Dabei kann aber als Vergleich irgendein besonders zuckriges Produkt dienen. Wer genau hinschaut, entdeckt vom gleichen Produkt auch Varianten, die sowieso weniger Zucker enthalten. Diese verzichten auf die irreführende Werbung. Es lohnt sich also, einen genauen Blick auf die Mengenangaben auf der Rückseite zu werfen.

Falle 3: Trügerische Natur

Detektivin zeigt ihrem Sohn einen Saft mit der Aufschrift "100 Prozent Frucht".
Natur ist gesund - das glauben viele. Aber auch hier kann viel Zucker drin stecken.  | Bild: WDR

Auch mit Slogans wie "nur mit natürlicher Süße", "ohne Zuckerzusatz" oder "100 Prozent Frucht" wird geworben. Die Hersteller ködern bewusst mit dem Begriff Natur und erwecken den Eindruck, dass zum Beispiel ein Saft gar keinen Zucker enthält. Doch das ist falsch: Zuckerzusatz ist nämlich nicht dasselbe wie Zuckergehalt. Die Süße stammt dann zwar nicht aus zugesetztem Haushaltszucker, sondern aus Früchten, Fruchtkonzentraten, Sirupen oder Dicksäften. Zucker ist das auch, aber ein anderer.

Die Hersteller sind eigentlich angewiesen in diesem Fall den Hinweis "enthält von Natur aus Zucker" auf die Verpackung zu schreiben, eine Verpflichtung dazu besteht aber nicht. Auch Zutaten können von Natur aus Zucker enthalten. Der Vorteil für die Hersteller: Dieser Zucker muss dann nicht gesondert aufgeführt werden. So darf sich zum Beispiel ein Capuccinopulver "ungesüßt" nennen, obwohl es Milchzucker aus der Zutat Süßmolkenpulver enthält.

Falle 4: Ablenkungsmanöver Dateiname

Detektivin hat Schilder "fettarm" und "fettfrei" in der Hand.
Fettarm heißt nicht gleichzeitig zuckerarm. Meist ist sogar das Gegenteil der Fall.  | Bild: WDR

Wer denkt schon an Zucker, wenn auf einem Produkt "fettarm" oder "fettfrei" prangt. Solche "Light-Produkte" müssen doch kalorienarm sein, glauben viele Menschen. Und schon sind sie in die nächste Zucker-Falle getappt! Denn wenn ihnen der Geschmacksträger Fett entzogen wird, schmecken sie nicht mehr so gut. Deshalb brauchen sie jetzt einen anderen Geschmacksträger: zusätzlichen Zucker. So wird aus einem vermeintlich gesunden Produkt eine Kalorienbombe.

Falle 5: Untergejubelter Zucker

Detektivin hat eine Packung Krautsalat.
In vielen Produkten dient Zucker als günstiges Bindemittel und als Geschmacksträger.  | Bild: WDR

Zucker kann sich auch in Herzhaftem verstecken, in Lebensmitteln, die gar nicht süß schmecken. So gibt es Ketchup, der 20 Prozent Zucker enthält, Rotkohlgläser mit elf Prozent Zucker oder Tütensuppen mit 13 Prozent. Der Zucker wird beigemischt, weil er als billiges Bindemittel oder als Geschmacksträger dient. Salate werden zum Beispiel häufig gesalzen oder gesäuert, um sie haltbar zu machen, ohne Konservierungsstoffe einsetzen zu müssen. Diesen Geschmack kann Zucker wunderbar abmildern. Zucker steckt also fast überall, leider oft gut getarnt.

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Achtung, Zucker!
Verbraucherzentrale
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Autorin: Eva Schultes (WDR)

Stand: 01.07.2015 13:50 Uhr