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Der Ökologische Fußabdruck

Thomas D zeigt seine Füße
Aktuell verbrauchen wir Deutschen 2,6 Mal so viele natürliche Ressourcen, wie sich jährlich erneuern.  | Bild: ARD / Melanie Grande

Leben Sie eigentlich auch auf zu großem Fuß? Denn aktuell verbrauchen wir Deutschen 2,6 Mal so viele natürliche Ressourcen, wie sich jährlich erneuern. Das bedeutet im Klartext: Wir leben so, als hätten wir noch eineinhalb Planeten im Kofferraum. Haben wir aber nicht.

Der ökologische Fußabdruck  wurde 1994 von den Wissenschaftlern Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt. Sie schufen eine Berechnungsformel auf der Grundlage, dass alles, was wir verbrauchen, auch von der Erde zur Verfügung gestellt werden muss. Denn ganz egal was wir tun, wir benötigen dafür Ressourcen.

Z. B. mein T Shirt. Was meinen Sie, was das wiegt? 150 Gramm – ich hab‘s gewogen – aber … ökologisch gesehen wiegt dieser Hauch von Stoff  45 kg  – das ist der Rohstoffverbrauch. Denn damit ich dieses T-Shirt tragen kann, sind eine Menge Produktionsschritte nötig, die für mich unsichtbar bleiben und die jede Menge Rohstoffe benötigen.

Neben der Baumwolle ist da zum Beispiel Wasser, das man braucht um sie zu waschen, Benzin für den Transport des Rohstoffes in die jeweiligen Länder und der Strom für die Nähmaschinen, mit denen das Shirt in Form gebracht wird.

Und nicht zuletzt der Farbstoff, der es so hübsch bunt macht. Es ist mein T Shirt – also fließt der Rohstoffverbrauch jedes dieser Schritte natürlich auch in meinen ökologischen Fußabdruck mit ein.

Und da kommt eine ganze Menge zusammen! Mit meiner Hose, meiner Uhr, dem Handy, dem, was ich gerade gegessen habe, den Materialien, aus denen mein Haus gebaut ist, der Art, wie ich es heize, jeder Autofahrt, jeder Flugreise, einfach alles!

Wackernagel und Rees wollten erforschen, ob die Erde überhaupt noch ausreicht, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Ihre einheitliche Maßeinheit: der Globalhektar. In Globalhektar wird die Fläche der Erde, die ich durch meinen Rohstoffverbrauch beanspruche, angegeben. Und wenn mein Verbrauch die Kapazität der Erde überschreitet, entsteht ein Defizit.

2, 6 Erden! Das heißt, ganz einfach, wir leben auf Pump. Unser ökologischer Dispokredit ist gnadenlos im Minus. Konto überzogen. Müsste eigentlich gesperrt werden. Von unserer Erde. Tut die aber nicht. Leider. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, ist völlig klar.

Also – wir müssen alle dringend bewusster auf unseren persönlichen Rohstoffverbrauch achten. Denn wer ist mit seinem Konto schon gerne im Minus?

Erstausstrahlung: 14.11.2013

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