SENDETERMIN Mi, 21.08.13 | 19:45 Uhr

Wieso sehe ich schärfer, wenn ich die Augen zusammenkneife?

Vince Ebert
Vince Ebert geht der Frage nach, ob man mit zusammengekniffenen Augen wirklich schärfer sieht. | Bild: ARD / Nils Wohlfahrt

Normalsichtige registrieren diesen optischen Effekt nicht so stark. Denn es ist egal, ob ich nun die Augen zusammen kneife oder eine Lochbrille trage. Es geht um das Prinzip der stenopäischen Lücke – auf Deutsch: der engen Lochlücke. So eine Scheibe mit Loch kennen Sie vielleicht vom Augenarzt, der damit Ihre Sehschärfe bestimmt.

Erstaunlich, aber so ein kleines Loch erhöht tatsächlich die Tiefenschärfe. Es ist nichts anderes als eine Lochblende, wie Sie die von Ihrer Kamera kennen. Sie bildet jeden Gegenstand – ob nah oder fern – scharf ab, und schirmt dabei alle Lichtstrahlen am Rand ab. Davon profitieren Kurzsichtige oder Menschen mit Hornhautverkrümmung, deren äußere Strahlen nicht genug gebrochen werden und das Bild normalerweise auf der Netzhaut verwischen. Mit einer Lochbrille gelangen nur die inneren Strahlen durch, die auch bei Fehlsichtigen scharf abgebildet werden. Dadurch geht die Tiefenschärfe aber auf Kosten der Lichtintensität. Der Bildausschnitt ist etwas eingeengt und dunkler.

Für den Alltag ist sie nicht zu gebrauchen. Sind Sie wirklich fehlsichtig, kann so eine Lochbrille den Gang zum Augenarzt also nicht ersparen. Selbstgebastelte Lochbrillen haben sich schon früher als sehr nützlich erwiesen. Zum Beispiel für Menschen, die in gleißender Sonne ein Ziel scharf erkennen können mussten. Eine solche Brille – eher eine Schlitzbrille – aus Rinde oder Leder haben finnische Soldaten im Winterkrieg 39/40 und Inuit in Alaska bei der Robbenjagd getragen. Sie schützte vor Schneeblindheit und war gleichzeitig eine optische Schützenhilfe.

Erstausstrahlung: 25.06.2012

Sendetermin

Mi, 21.08.13 | 19:45 Uhr

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