SENDETERMIN Mi, 27.11.13 | 19:45 Uhr | Das Erste

Warum sind 100 Grad Celsius in der Sauna auszuhalten?

Vince Ebert
Vince Ebert gerät ordentlich ins Schwitzen. | Bild: ARD / Thomas Kost

Die Sauna ist wie ein Backofen. Wenn Sie ein rohes Ei mit in ihre 100° heiße Sauna nehmen würden, würde es nach einiger Zeit genauso hart werden, wie in einem Backofen. Der Grund: Das Ei kann nicht schwitzen. Wir schon. Und da wir meist wenig bekleidet sind und der Schweiß einfach verdunsten kann, kühlen wir durch die Verdunstungskälte prima ab. So halten wir es selbst bei 100° eine Weile aus.

In heißem Wasser reicht Schwitzen nicht aus, um unsere Körpertemperatur ausreichend runterzukühlen, weil Wasser die Wärme viel schneller leitet als Luft. In der Sauna sind wir vor der Hitze des Saunaofens durch genau so eine Isolierschicht wie diese hier geschützt: durch Luft! Luft leitet nämlich sehr schlecht Wärme, sehen Sie? Diese Flamme ist 1.400°C heiß! Trotzdem ist die Luft wenige Zentimeter entfernt erstaunlich kühl.

Wo nicht viel ist, kann auch nicht viel übertragen werden. In Gas schwirren nur wenige Moleküle umher, die die Wärme übertragen können. Bei dichterem Material wie heißem Wasser, bzw. Kaffee geht das schon deutlich schneller. Und noch besser leitet Metall die Wärme, in dem ja viele Moleküle dicht an dicht gepackt sind. Das weiß jeder, der in der Sauna seinen Goldschmuck angelassen hat. Nach 15 Minuten bei 100° sollten Sie die Sauna in jedem Fall verlassen. Denn auch Ihre Kerntemperatur steigt – Schweiß hin oder her – langsam aber sicher an. Und ab 42,5 Grad Kerntemperatur ist vom gesundheitsfördernden Einfluss der Sauna nichts mehr zu spüren. Ganz im Gegenteil.

Erstausstrahlung: 08.03.2013

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Mi, 27.11.13 | 19:45 Uhr
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